Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligenter Teppich warnt vor Ärger

05.09.2012
Drucksensoren erkennen Einbrecher oder gestürzte Personen

Wissenschaftler der Universität Manchester haben den Prototyp eines vernetzten Teppichs präsentiert. Über eingewobene Glasfasern erkennt das Spezialtextil Veränderungen in der Druckverteilung auf seiner Oberfläche.


Cleverer Teppich: erkennt Fußabdrücke (Foto: manchester.ac.uk)

So können Personen anhand ihrer individuellen Gangart identifiziert werden. Über eine Verbindung zu einem Rechner können so Warnungen verschickt werden, wenn eine nicht autorisierte Person den Teppich betritt. Auch zur Überwachung älterer Mitbürger taugt der Teppich.

"Stürze sind bei älteren Personen ein sehr häufiges Problem und die fünfthäufigste Todesursache bei über 65-Jährigen. In unserem Krankenhaus haben wir täglich mit gestürzten Senioren zu tun. Ähnliche druckempfindliche Teppiche werden bei der Überwachung älterer Patienten bereits eingesetzt", sagt Peter Dovjak, Primar am Zentrum für Akutgeriatrie und Remobilisation am Landeskrankenhaus Gmunden http://www.lkh-gmunden.at , gegenüber pressetext.

Automatischer Notruf

Fällt eine ältere Person und bleibt längere Zeit auf dem Teppich liegen, kann automatisch ein Notruf abgesetzt werden, wie die Universität in einer Aussendung schreibt. Das zweidimensionale Netz aus Glasfasern und Sensoren ist so sensibel, dass sogar Unregelmäßigkeiten im Gang einer Person entdeckt werden können. Bevorzugt ein Mensch eines seiner Beine über längere Zeit beim Gehen, kann das zum Beispiel auf ein medizinisches Problem hinweisen. Die Auswertung der Sensor-Informationen erfolgt mittels eines herkömmlichen Computers.

Über eine Verbindung zum Internet kann der Rechner bei vorher festgelegten Vorkommnissen eine beliebig festlegbare Kontaktperson über die Anomalie informieren. Die Wissenschaftler aus Manchester sehen Bedarf für ihren Teppich in Krankenhäusern, Altenheimen und Privathäusern älterer Personen.

Durch die Überwachung der Schritte in Echtzeit kann eine Verschlechterung des Ganges schon bevor es zu Stürzen kommt Informationen an die passenden Stellen weiterleiten. Auch in der Physiotherapie könnten Informationen über subtile Änderungen im Bewegungsablauf von Interesse sein.

"Die apparative Analyse des Ganges mithilfe von Sensoren wird neben der klinischen Analyse heute schon angewendet. Allerdings ist die begrenzte Fläche oft ein Problem, da aus zwei Schritten nur begrenzt Schlüsse gezogen werden können", erklärt Dovjak.

Vielfältige Anwendungen

Der Teppich lässt sich laut den Wissenschaftlern günstig herstellen und die Sensoren lassen sich durch Anpassung auch anderweitig verwenden. So können die Glasfasern nicht nur auf mechanischen Druck, sondern auch auf Licht, das durch den Teppich dringt, reagieren. Auch chemische Sensoren könnten im Teppich integriert werden. Ein Einsatz als Detektor für Feuer oder den Austritt von Chemikalien gehört zu den Dingen, die den Forschern für die nahe Zukunft vorschweben. Die Sensor-Technologie kann auch in andere Gegenstände integriert werden, etwa Matratzen.

So können Informationen über Personen, die einer medizinischen Überwachung bedürfen auf unauffällige Weise gesammelt werden. "Die Analyse biomechanischer und chemischer Änderungen kann direkt in die Umgebung der Menschen integriert werden, was eine umgehende Reaktion auf Änderungen ermöglicht", sagt Patricia Scully von der Universität Manchester.

Markus Keßler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.manchester.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Wissenschaftler entwickeln Rollstuhl, der Treppen steigen kann
30.11.2016 | Technische Universität München

nachricht AER – ein fotografierender Schaumstoffpfeil
04.11.2016 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten