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Intelligente Armbanduhr für Komfort und Sicherheit

13.06.2012
Wohnungen mit fast unsichtbaren Sensor-, Steuerungs- und Kommunikationssystemen sollen Senioren helfen, länger selbstständig zu Hause zu leben - das ist das Ziel des Projekts Smart Senior.

Jetzt hat ein Feldtest begonnen, bei dem 35 Wohnungen von älteren Menschen mehrere Monate lang mit diesen Systemen ausgestattet wurden. Ein wichtiger Baustein ist eine von Siemens-Forschern entwickelte Armbanduhr mit Notruftaste und Steuerungsfunktionen.



Siemens arbeitet in dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt mit Partnern aus Industrie und Forschung wie zum Beispiel dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM zusammen.

Besonders in den Industrieländern werden die Menschen immer älter und wollen ihre hohe Lebensqualität erhalten, möglichst in den eigenen vier Wänden. Viele ältere Menschen haben aber gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Herz-Kreislauf¬erkrankungen oder Diabetes. Die Gefahr von Stürzen oder Herzinfarkt steigt, und Vieles wird wegen mangelnder Beweglichkeit immer mühsamer.

Hilfsmittel, die in Notfällen Schutz bieten, werden dabei häufig nicht akzeptiert. So stigmatisieren klassische Notrufarmbänder den Träger als alt und gebrechlich oder eine Kamera- oder Mikrophonüberwachung der Wohnung wird als zu starker Eingriff in die Privatsphäre empfunden.

Im SmartSenior-Projekt haben die Wissenschaftler der Siemens-Forschung Corporate Technology daher unter anderem den Prototypen einer Armbanduhr entwickelt, der wie eine Alltagsuhr aussieht, aber deutlich mehr kann.

Die Uhr kommuniziert per WLAN mit dem Heimnetz des Patienten und ist mit zwei unauffälligen seitlichen Notrufknöpfen ausgestattet. Mit OLED-Farbdisplay, vier Tastern für Navigation und Bedienung, Vibrationsalarm und Lautsprecher kann der Anwender zum Beispiel das Licht in der Wohnung fernsteuern oder er bekommt bei Verlassen der Wohnung Hinweise auf offene Fenster oder einen angestellten Herd.

Ein Beschleunigungssensor, wie in Smartphones, dient ähnlich wie ein Schrittzähler zur Erfassung von Aktivitäten der Nutzer. Die ersten Nutzer äußerten sich positiv über die gute Lesbarkeit der Uhr, wünschen sich aber weitere Funktionen, etwa die Einbindung des Terminkalenders für Arzttermine oder zur Erinnerung, Medikamente einzunehmen, sowie die Steuerung des im Test eingesetzten Videokonferenzsystems. Der Funktionsumfang kann mit frei programmierbaren Apps erweitert werden.

Für die intelligente Uhr sind weitere Anwendungen denkbar. Sie könnte zum Beispiel als körpernahes assistives System Arbeitsabläufe von Pflegediensten oder Wartungskräften dokumentieren und mit Informationen unterstützen. (IN 2012.06.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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