Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovation: Handkamera hat "Röntgenblick"

10.03.2011
Mikrowellen-Technologie erlaubt Blick ins Innere von Mensch und Material

Der wissenschaftliche Ansatz, der hinter der Technologie der heiß diskutierten Body-Scanner auf US-Flughäfen steht, hat offenbar auch einen weniger umstrittenen Nutzen: Ein Forscherteam der Missouri University of Science and Technology (MST) hat eine spezielle neuartige Handheld-Kamera entwickelt, die ähnlich wie Röntgengeräte einen Blick ins Innere von Objekten erlaubt. Im Unterschied zu ihrem älteren Pendant greift der innovative Ansatz, der derzeit nur in Prototypform existiert, aber auf Mikrowellen zurück, um Materialien oder auch Menschen auf Strukturfehler bzw. medizinische Gebrechen hin zu "durchleuchten".

"In einer nicht so weit entfernten Zukunft kann diese Technologie für die verschiedensten Arten von Prüfverfahren angepasst werden", erklärt Reza Zoughi, Forschungsleiter und mehrfach ausgezeichneter MST-Professor für Electrical Engineering. Die entwickelte Handkamera sei in erster Linie für die Materialprüfung gedacht - etwa für das Aufspüren von Defekten in den sensiblen thermoisolierenden Schaumstoffen in Raumfahrzeugen und -stationen oder in den Verbundwerkstoffen von Betonbrücken.

Von Krebs bis zu Termitenschäden

Aber auch in anderer Hinsicht sieht Zoughi ein breites Anwendungspotenzial für seine Entwicklung: "Diese Technologie könnte Medizinern helfen, bei ihren Patienten eine ganze Reihe von Hautkrankheiten aufzuspüren und zu überwachen, inklusive Krebs und Verbrennungen." Neben einem eher nahe liegenden möglichen Einsatz im Bereich der Flugsicherung verweist der Forscher auch auf klare Vorteile für herkömmliche Endverbraucher. Diese könnten mit der Mikrowellen-Kamera beispielsweise ihr Haus nach Spuren von Termitenschäden überprüfen.

30 Bilder pro Sekunde

Die technische Funktionsweise des von Zoughi und seinem Team entwickelten Geräts ähnelt der von Body-Scannern: Die kompakte Handheld-Kamera produziert mit einer Geschwindigkeit von 30 Bildern pro Sekunde in unterschiedlichen Ebenen synthetische Aufnahmen von Objekten. Ein Laptop-PC nimmt die erhaltenen Daten auf und wandelt sie in Bilder um, die der Nutzer auf seinem Bildschirm in Echtzeit präsentiert bekommt. Als Energiequelle dient eine Batterie, die von der Größe her in etwa mit einem Notebook-Akku vergleichbar ist und mehrere Stunden anhält.

Gegenwärtig funktioniert die Mikrowellen-Kamera lediglich im sogenannten "Transmission-Modus", bei dem Objekte für einen erfolgreichen Scan zwischen einem Signalsender und einem -empfänger durchgeleitet werden müssen. Wie Zoughi verrät, arbeite man derzeit aber bereits mit Hochdruck an einer Version, die Sender und Empfänger auf einer Seite vereint und dann wie eine herkömmliche Videokamera nutzbar sein soll.

Markus Steiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.mst.edu

Weitere Berichte zu: Handheld-Kamera Handkamera Mikrowellen-Kamera

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie

Ostfalia forscht an Ultraleichtflugzeug mit Elektroantrieb

19.10.2017 | Verkehr Logistik

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten