Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Handy-Mikroskop für Entwicklungsländer

22.07.2009
CellScope soll Krankheiten diagnostizieren und analysieren

Wissenschaftler der University of California haben ein Zusatzgerät für Handys entwickelt, das detaillierte Bilder erstellen und sie für die Diagnose von Krankheiten wie Tuberkulose analysieren kann.


CellScope (Foto: berkeley.edu/David Breslauer)

Das CellScope fungiert dabei als so genanntes Fluoreszenzmikroskop, das die Marker der Krankheit identifizieren kann. Es wird gehofft, dass es in den Entwicklungsländern eingesetzt werden kann, wo Diagnosemöglichkeiten selten sind aber viele Menschen Handys besitzen und der Empfang gut ist. Details der Studie wurden in PLoS ONE veröffentlicht.

Das CellScope besteht aus herkömmlichen Mikroskop-Optiken und weiteren Bestandteilen, die eine Funktion als Fluoreszenzmikroskop ermöglichen. Fluoreszenz tritt dann auf, wenn bestimmte Moleküle mit einer bestimmten Farbe illuminiert werden und für einen bestimmten Zeitraum in einer anderen Farbe leuchten. Die Kennzeichnung von Molekülen kann speziell auf zum Beispiel jene Bakterien abgestimmt werden, die ein Anzeichen für Tuberkulose sind. Die Diagnose von Tuberkulose erfordert ein Fluoreszenzmikroskop, das eine Blutprobe illuminieren kann, die mit Molekülen zur Datenkennung behandelt wurde. Erkannt wird in der Folge das Licht, das diese Moleküle mit großer Intensität abgeben.

Normalerweise handelt es sich bei diesen Mikroskopen um sperrige, teure Geräte, die in Krankenhäuser und Labors zum Einsatz kommen. Laut dem leitenden Wissenschaftler David Breslauer gibt es bereits andere Versuche ein transportables Fluoreszenzmikroskop zu entwickeln. Die Innovation seines Teams besteht in der Kombination mit einem Handy. Eingesetzt wurden ein Standardhandy von Nokia mit einer 3,2-Megapixel-Kamera und ein aufsteckbares Zusatzgerät mit den Mikroskop-Optiken und einer Halterung für die Blutproben. Verwendet werden billige, auch kommerziell eingesetzte Dioden und günstige optische Filter zur Isolierung des Lichts von den fluoreszierenden Markierungen.

Das Gerät verfügt über eine Auflösung von etwas über einem Millionstel eines Meters. Es gelang den Wissenschaftlern, Tuberkulose-Bakterien in einer Probe zu identifizieren. Weitere Moleküle zur Markierung werden derzeit für die Diagnose anderer Krankheiten entwickelt. Ohne die Filter konnte das Gerät als Standard-Mikroskop zur Erkennung von Malaria-Parasiten und die deformierten Zellen eingesetzt werden, die für eine Sichelzellenanämie charakteristisch sind.

Breslauer betonte, dass in Entwicklungsländern und ländlichen Regionen, die oft hunderte Kilometer von einem Krankenhaus entfernt sind, die Handyabdeckung meist gut funktioniert. Mit einem mit einer Batterie betriebenen, mobilen System könne so eine transportable Klinik entstehen. Der behandelnde Arzt kann die Proben sehen, ohne vor Ort sein zu müssen. Derzeit arbeitet das Team an einer robusteren Version des Geräts, das bei Feldversuchen und klinischen Tests zum Einsatz kommen soll.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://berkeley.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

US-Spitzenforschung aus erster Hand: Karl Deisseroth spricht beim Neurologiekongress in Leipzig

24.08.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individuelle Gebäudehülle aus dem Drucker

24.08.2017 | Architektur Bauwesen

Wie sich Krebszellen gegen Chemotherapeutika „immun“ machen

24.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

"Comammox"-Bakterien: Langsam, aber super-effizient

24.08.2017 | Biowissenschaften Chemie