Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektro-Tattoo modernisiert Patientenüberwachung

12.08.2011
Gerät dünner als ein Haar - Anwendung für Computerspiele denkbar

Ein elektronisches Tattoo könnte zu einer Revolution bei der Patientenüberwachung und zu einem Durchbruch bei Computerspielen führen. Wissenschaftler der University of Illinois nutzten laut einer in Science veröffentlichten Studie ein Gerät, das dünner ist als ein menschliches Haar, um Herz und Gehirn zu beobachten. Die Sensoren werden an der Haut wie ein temporäres Tattoo angebracht. Sie sind beweglich, legen sich in Falten und dehnen sich problemlos.


Tattoo: Biologie und Elektronik verschmelzen (Foto: pixelio.de, jena)

50 Mikrometer dick

Das Team um Todd Coleman hofft, dass damit die sperrigen Geräte überflüssig werden, die derzeit in Krankenhäusern eingesetzt werden. Die elektronischen Teile des Tattoos sind wellenförming und ähneln von ihrem Aussehen her Schlangen. Winzige Solarzellen können Energie herstellen oder sie aus elektromagnetischer Strahlung gewinnen. Das Gerät ist klein und weniger als 50 Mikrometer dick. Der Sensor wird auf einer wasserlöslichen Plastikfolie angebracht und wird wie ein temporäres Tattoo auf der Haut fixiert.

Für die Studie wurde die elektrische Aktivität im Bein, Herz und Gehirn gemessen. Es zeigte sich, dass die Messungen ausgesprochen gut mit denen traditioneller Verfahren übereinstimmen, berichtet die BBC. Laut Coleman ist für das Verstehen der Funktionen des Gehirns eine natürliche Umgebung von entscheidender Bedeutung. Das sei mit Laborstudien nicht zu erreichen. Am besten geeignet sei das natürliche Umfeld des Trägers und Geräte, die unsichtbar sind.

Längerfristiger Einsatz schwierig

Die neuen Geräte konnten bis zu 24 Stunden getragen werden, ohne dass ihre Funktion beeinträchtigt wurde oder es zu einer Irritation der Haut kam. Schwierigkeiten gibt es derzeit noch beim längerfristigen Einsatz, da die Haut permanent neue Zellen produziert. Es müssten daher immer wieder neue Sensoren angebracht werden. Als das Tattoo an der Kehle angebracht wurde, konnten die Sensoren Unterschiede bei Wörtern wie aufwärts, abwärts, links, rechts, gehen oder stehen feststellen. Es gelang damit ein einfaches Computerspiel zu kontrollieren.

John Rogers von der University of Wisconsin http://wisc.edu ist zudem der Ansicht, dass das Ziel der Wissenschaftler war, eine Technologie zu entwickeln, die sich in die Haut integriert und für den Träger unsichtbar ist. "Mit dieser Technologie verschwimmen die Unterscheidungen zwischen Elektronik und Biologie."

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.illinois.edu
http://www.sciencemag.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 65 neue genetische Risikomarker für Brustkrebs entdeckt

Manche Familien sind häufiger von Brustkrebs betroffen als andere. Dies kann bislang nur teilweise durch genetische Risikomarker erklärt werden. In einem weltweiten Verbund haben Forscher nun 65 weitere Erbgutvarianten identifiziert, die zum Brustkrebsrisiko beitragen. Die Studie, an der auch Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg beteiligt waren, wurde in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Die Forscher erwarten, dass die Ergebnisse dazu beitragen, Screeningprogramme und die Früherkennung von Brustkrebs zu verbessern.

Seit Angelina Jolies medienwirksamer Entscheidung, sich vorbeugend die Brüste entfernen zu lassen, ist der genetische Hintergrund von Brustkrebs auch einer...

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fettstoffwechsel beeinflusst Genaktivität

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Forscher der Universität Hamburg entdecken Mechanismus zur Verdopplung von Pflanzengenomen

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Bakterielle Toxine im Darm

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie