Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Drittes Auge": Hightech-Einkaufshilfe für Blinde

29.05.2015

Computerbasiertes System erkennt Lebensmittel und Marken treffsicher

Forscher haben ein Gerät entwickelt, das ein "drittes Auge" für blinde und sehbehinderte Menschen darstellt und besonders das Erledigen von Einkäufen erleichtern soll. Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen kommen im Projekt "Visual Cortex on Silicon" http://bit.ly/1Fii8Ho  zusammen, darunter auch der Computerwissenschaftler Vijay Narayanan von der Penn State University http://psu.edu.


Third Eye-VI: System mit Kamera und Handschuh

(Foto: Patrick Mansell)

Aufmerksamkeit wie im Gehirn

Unter dem Arbeitstitel "Third Eye-VI" wird das System entwickelt, das sehbehinderten Menschen beim Shoppen helfen soll. Um bestimmte Produkte in einem Geschäft zu erkennen, muss man zuerst verstehen, wie das menschliche Gehirn funktioniert.

Dieses hat zwei Aufmerksamkeitsmodi: Einerseits das Bummeln, wo alles unfokussiert wahrgenommen wird, bis etwas die Aufmerksamkeit erregt. Andererseits das Suchen nach einem bestimmten Ding, wo die Umgebung spezifisch auf dessen Merkmale hin untersucht wird.

"Wenn du deine Aufmerksamkeit auf etwas richten willst, kannst du entweder einfach das Signal verstärken oder alles rundherum zu einem Störgeräusch machen, sodass das Signal die einzige Stimme ist, die man hört", so Narayanan. "Das Gehirn tut beides. Es verstärkt den Anteil der Aufmerksamkeit und es unterbindet auch aktiv die anderen Dinge, die nicht relevant sind."

Identifizieren von Lebensmitteln

Mit Dezember 2014 waren bereits 87 Lebensmittel registriert, die das System sehr genau erkennen kann. Texte auf den Verpackungen und Logos können interpretiert und identifiziert werden.

"Wenn es nur 'Cornflakes' oder 'Milchprodukt' sagt, hilft das niemandem. Wenn du Tomatensauce willst, müssen wir wissen, ob es Prego-Tomatensauce sein soll. Ist es die organische Prego-Tomatensauce? Das ist das detaillierte Level, das wir brauchen, und das ist ein Teil der Herausforderung, der wir uns gegenübergestellt sehen", erklärt Narayanan.

Neben dem Scannen der Umgebung auf die interessierenden Produkte, muss Blinden und Sehbehinderten auch dabei geholfen werden, dass die Lebensmittel tatsächlich im Einkaufswagen landen.

Hier kommt der Handschuh ins Spiel, auf dem das dritte Auge angebracht ist. Dieser gibt durch Vibration an verschiedenen Stellen Hinweise darüber ab, wie die Hand bewegt werden muss, um das Produkt zu ergreifen. Die Handhabung soll laut den Forschern in nur fünf Minuten erlernbar sein.

Marie-Thérèse Fleischer | pressetext.redaktion

Weitere Berichte zu: Blinde Cortex Einkaufswagen Gehirn Lebensmittel Silicon Vibration Visual sehbehinderte Menschen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise