Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Rollstuhl lernt klettern

21.09.2007
Leibniz Universität Hannover entwickelt Prototyp für treppengängigen Elektrorollstuhl

An einer erheblichen Erleichterung des Alltags für gehbehinderte Menschen arbeitet das Mechatronik-Zentrum der Leibniz Universität Hannover. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln einen Rollstuhl, mit dem Insassen selbstständig Treppen überwinden können.

Bislang sind vorwiegend technische Lösungen wie fest installierte Treppenlifte und sackkarrenähnliche Hebehilfen erhältlich. "Es gibt zwar Konzepte für treppengängige Rollstühle, aber die kosten ab 50.000 Euro aufwärts", sagt Dipl.-Ing. Holger Blume von der Leibniz Universität Hannover. "Der Nachteil der bisherigen Hebehilfen ist die fehlende Autonomie: Der Insasse ist auf fremde Hilfe angewiesen", berichtet Dr.-Ing. Arne Michaelsen, der seine Dissertation zu dem Thema angefertigt hat. Die Ingenieure wollen einen autonomen treppengängigen Rollstuhl entwickeln, der preislich mit einem normalen Elektrorollstuhl vergleichbar ist.

In dem Projekt haben die Experten einen besonders effizienten Hubmechanismus entwickelt, bei dem die Räder des Fahrstuhls mit Kurbeln hochgedrückt werden. Zur Steuerung reichen einfache taktile Sensoren aus. Eine Kombination aus Kontaktschaltern und Ultraschallsensoren identifiziert die Stufenhöhe. Beim Treppenaufstieg erkennt ein Kontaktbügel die Annäherung an die Stufenkante. So ist der Rollstuhl in der Lage, die Last einer Person über Treppen mit unterschiedlichen und unbekannten Abmessungen der Stufenhöhe und -tiefe zu transportieren. Durch die "aktive Insassenpositionierung" soll die Sitzfläche, die mit einem Schwenkarm befestigt ist, dabei waagerecht bleiben und nicht kippen.

In ebener Umgebung bewegt sich der Rollstuhl energiesparend wie ein herkömmlicher elektrischer Rollstuhl und ist in seiner normalen Bewegungsfunktion nicht beeinträchtigt. Stößt der Kontaktbügel an eine Treppenstufe, läuft der Mechanismus automatisch ab. Insassen müssen dafür keine Schalter betätigen. Erste Gespräche mit der Industrie sind bereits gelaufen, um den Prototyp zu einem marktreifen Produkt weiterzuentwickeln. "Wir sind offen für weitere interessierte Industriepartner", sagt Holger Blume vom Institut für Robotik. Nähere Informationen zum Projekt unter http://www.ifr.uni-hannover.de (unter: Forschung/Autonome mobile Service-Roboter).

Hinweis an die Redaktion:
Für nähere Informationen steht Ihnen Dipl.-Ing. Holger Blume vom Institut für Robotik unter Telefon +49 511.762-4534 oder per E-Mail unter blume@mzh.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Dr. Stefanie Beier | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifr.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

„Antilopen-Parfüm“ hält Fliegen von Kühen fern

20.10.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Aus der Moosfabrik

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie