Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Druckerpapier mit UV-Licht wiederbeschreibbar

23.02.2007
Xerox lüftet Geheimnis um tonerlose Zukunftsvision

Xerox forscht an der Entwicklung eines wiederverwendbaren Druckerpapiers, das mittels UV-Licht beschrieben werden kann. Laut Paul Smith, dem Leiter des kanadischen Forschungslabors von Xerox, handelt es sich bei der anvisierten Lösung weder um Kunststoff-basiertes Material noch elektronisches Papier, das in früheren Versuchen bereits eingesetzt wurde. Vielmehr soll das wiederbedruckbare Papier sich wie echtes Papier anfühlen und bis zu 50 Mal wiederverwendet werden können. Zum Beschreiben wird UV-Licht verwendet, das eine chemische Reaktion auf dem präparierten Blatt auslöst. Einmal ausgedruckt, setzt nach wenigen Stunden ein Verblassungsprozess ein.

"Von unseren Kunden wissen wir, dass 40 Prozent aller ausgedruckten Dokumente gerade einmal einen Tag lang oder sogar weniger als eine Minute verwendet werden. Danach landen all diese Blätter im Papierkorb", so Smith gegenüber dem Wissenschaftsportal TFOT. Das Xerox-Konzept sieht daher vor, dass der Ausdruck nach rund 24 Stunden wieder komplett verschwunden ist. Durch das Wiederverwenden des Papiers könne so eine Unmenge von Material eingespart werden, meint Smith. Derzeit experimentieren die Forscher ausschließlich mit Schwarz-Weiß-Ausdrucken und haben die höchst mögliche Ausdrucksqualität auf 150 dpi beschränkt. Den Möglichkeiten in punkto Auflösung und Farbengestaltung seien prinzipiell aber keine Grenzen gesetzt, so der Wissenschaftler.

Smith zufolge ist man von einer marktreifen Einführung derzeit zwar noch einige Jahre entfernt. Im Interview zeigte er sich jedoch optimistisch, die Herausforderungen rund um den Verblassungsprozess schon bald in den Griff zu bekommen. Probleme ergeben sich derzeit vor allem bei der kontrollierten Steuerung des Vorgangs, der derzeit noch zu stark von Faktoren wie der Raumtemperatur abhängig ist. Bei den derzeit in Entwicklung befindlichen Drucker-Prototypen wird das tinten- und tonerlose Druckverfahren als Zusatzoption eingesetzt. Anwender können also entscheiden, ob sie einen Ausdruck permanent oder temporär vornehmen wollen, so die potenzielle Xerox-Strategie. Über zu erwartende Kosten des Materials ist zum derzeitigen Entwicklungszeitpunkt noch nichts bekannt.

Bereits im Juli vergangenen Jahres ist Toshiba mit einer ähnlichen Idee an die Öffentlichkeit gegangen. So wurde in Japan ein Drucker auf den Markt gebracht, der wiederverwendbares Plastikpapier mehrere hundert Mal bedrucken kann (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=061125006 ). Toshiba argumentierte bei der Einführung ebenfalls mit dem Einsparungspotenzial von Papier und verwies zudem auf die drastisch verminderten CO2-Emissionen, die das Gerät gegenüber einem herkömmlichen Laserdrucker auszeichnen.

Martin Stepanek | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.xerox.at
http://www.tfot.info

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht RECUPERA-Reha: Tragbares Exoskelett hilft Schlaganfallpatienten sich wieder zu bewegen
12.02.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Eine Skijacke, die Schweiss aktiv «entsorgt»
30.01.2018 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics