Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Camcopter - Fliegendes Auge nicht nur für Militärs

24.01.2007
Helikopterdrone als Plattform für Sensoren und Kameras konstruiert

Das österreichische Unternehmen Schiebel hat bereits über 100 Stück der eine Mio. Euro teuren Hubschrauberdrone Camcopter S-100 absetzen können. Dies sagte Stefan Vieweg, Marketingmanager von Schiebel, gestern, Dienstag, in Wien bei einer Veranstaltung der Österreichischen Computer Gesellschaft. Man sei sehr zufrieden mit der Geschäftsentwicklung und froh, dass man als Unternehmen mit einem jungen Produkt in einem Nischensegment schon mehr als einen Kunden habe. "Die Wachstumschancen sind vielversprechend zumal der Camcopter ein ausgereiftes Produkt mit einem optimalen Preis-Leistungsverhältnis ist", so Vieweg.


Foto: schiebel.com

Beim Camcopter handelt es sich um eine taktische Hubschrauberdrone, die derzeit von Militärs und Behörden zur Luft-Boden-Überwachung eingesetzt wird. Die Anwendungsgebiete sind jedoch vielfältiger. "Der Camcopter dient in erster Linie als Beobachtungs- und Überwachungsgerät, kann jedoch auch zur Umweltdatenerfassung eingesetzt werden und ist in der Lage, Nutzlasten zu transportieren", erläuterte Vieweg gegenüber pressetext. Die entsprechende Ausstattung werde auf Kundenwunsch mitgeliefert. In der klassischen Ausführung ist das Hightech-Fluggerät mit Infrarot-, Nachtsicht- oder herkömmlichen Videokameras ausgestattet. "So werden Grenzen beobachtet, landwirtschaftliche Anbaugebiete nach Drogenplantagen abgesucht oder Lecks in Ölpipelines aufgespürt", erklärte Vieweg. Des Weiteren können im Camcopter unterschiedliche Sensoren integriert werden wie Gas- oder CO2-Detektoren sowie Funk-Störvorrichtungen, die jede GSM-Verbindung in seiner Nähe unmöglich machen. "Der Camcopter stellt eine Plattform dar, auf der eine große Bandbreite an Sensoren oder Messsystemen untergebracht werden kann", sagte Vieweg.

Technisch gesehen ist der Camcopter mit seiner Länge von drei Metern wie jeder herkömmliche Helikopter aufgebaut. "Der entscheidende Unterschied ist, dass sich kein Pilot an Bord befindet und dieser auch am Boden nicht notwendig ist. Der Camcopter navigiert sich selbst anhand von zuvor definierten Parametern", führte Vieweg aus. "Bei der Einsatzplanung werden im Prinzip nur GPS-Koordinaten, Flughöhe und -geschwindigkeit vorgegeben, den Flug absolviert das Gerät eigenständig." Ein Pilot am Boden kann jedoch jederzeit in den Flug eingreifen und die Steuerung übernehmen.

Das zentrale Kontrollcenter am Boden ist der sogenannte Cube. Die Koffer-große Kontrollstation verbindet den Helikopter mit dem Bodenpersonal. "Der Cube ist das Gehirn des Systems am Boden, hat alle nötigen Zusatzkomponenten integriert und bietet Anschlussmöglichkeiten für Laptops zur Missionskontrolle oder Videoanzeige. Die Einspeisung der gelieferten Daten in andere Systeme und Unternehmensnetzwerke ist in Echtzeit umsetzbar, wodurch der Camcopter auch von einem weit vom Einsatzort entfernten Standort überwacht und gesteuert werden kann", meinte Vieweg.

Die Wachstumschancen am Markt für autonome Systeme sind vor allem im militärischen Bereich sehr groß. "Das US-Militär setzt in ihrer Einsatzorganisation schon seit einiger Zeit auf unbemannte Dronen. Andere Militärs ziehen hier mittlerweile nach", weiß Vieweg. Zwar geizen militärische Behörden mit genauen Zahlen, Vieweg rechnet aber mit einem Wachstum von zehn bis 20 Prozent. Den weltweiten Markt teilen sich etwa 100 Dronen-Hersteller auf, wobei lediglich vier ernst zu nehmen seien. Der Großteil davon ist jedoch auf Flächendronen spezialisiert. "Diese haben zwar den Vorteil, im Gleitflug gute Aufnahmen machen zu können, jedoch kann nur ein Helikopter in der Luft stehen bleiben und dasselbe Gebiet über einen längeren Zeitraum überwachen", strich Vieweg die Vorteile einer Helikopterdrone hervor.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.schiebel.com
http://www.oecg.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Elektrischer Antrieb zum Mitnehmen
01.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Gesünder Laufen mit smarter Socke
31.01.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie