Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unkräuter zu Tode streichen

18.11.2005


Einsatz von Walzenstreichgerät "Rotofix" vermindert Eintrag von Herbiziden in Kanalisation Foto: BBA


BBA diskutiert mit Vertretern von Kommunen und Pflanzenschutzdiensten aktuelle Bekämpfungsmöglichkeiten für öffentliche Plätze und Wege. Tagung am 22. November in Braunschweig

Unkrautbekämpfung ist nicht nur ein Dauerthema für Kleingärtner, sondern auch für Städte und Gemeinden. Deutsche Kommunen wenden jährlich beträchtliche Mittel auf, um der robusten Invasoren auf den Plätzen, Gehwegen, Straßenrändern oder Verkehrsinseln Herr zu werden. Wie dies effektiv aber auch so umweltschonend wie möglich geschehen kann, ist Thema einer Tagung am 22. November an der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA). Wissenschaftler aus der BBA und Universitäten diskutieren mit Vertretern der Pflanzenschutzdienste und Kommunen das "Für und Wider" verschiedener Maßnahmen wie chemische Bekämpfung, mechanische oder thermische Verfahren.

"Welche Methode eingesetzt wird, hängt nicht nur von den Unkrautarten sondern auch von der Beschaffenheit der Fläche und den Umweltbedingungen ab", erklärt Dr. Arnd Verschwele vom Institut für Unkrautforschung der BBA. Auf kurze Sicht wären die Wissenschaftler schon zufrieden, wenn die chemischen Unkrautbekämpfungsmittel (Herbizide) wohldosiert und so ausgebracht würden, dass sie nicht ins Grundwasser gelangen. So bietet sich zur Unkrautbekämpfung auf versiegelten Flächen das Walzenstreichgerät "Rotofix" an, das an der Biologischen Bundesanstalt geprüft und zugelassen wurde. Bei dieser Neuentwicklung sorgt eine knapp über den Boden geführte Walze dafür, dass nur die Pflanzen benetzt werden und das Herbizid nicht wie beim herkömmlichen Spritzen auf die komplette Fläche gelangt. Die Prüfung des Gerätes an der BBA hat ergeben, dass das Risiko einer Abschwemmung in die Kanalisation bei sachgerechter Anwendung weitgehend ausgeschlossen wird. In Braunschweig wird das Verfahren bereits eingesetzt.



"Jede der derzeit diskutierten Maßnahmen zur Unkrautbeseitigung hat Stärken und Schwächen", erklärt Verschwele. Herbizide sind effektiv, aber viele Kommunen möchten aus Umweltschutzgründen darauf verzichten. Die mechanische Bekämpfung oder der Einsatz alternativer thermischer Methoden ist teuer und aufwendig. "Langfristig wird sich der größte Erfolg dann einstellen, wenn man mehrere Verfahren kombiniert", meint der BBA-Experte.

Um den Städten und Gemeinden praktikable und wirtschaftliche Lösungen empfehlen zu können, sucht die BBA im Rahmen des internationalen CleanRegion-Projektes mit 22 Partnern aus sieben Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) nach einem geeigneten Methodenmix. Gemeinsam mit der Stadt Braunschweig, die ebenfalls Projektpartner ist, sind bereits in diesem Jahr verschiedene Verfahren auf Gehwegen getestet worden. Vor allem Methoden, die mit Wasserdampf (Weedcleaner) oder heißem Wasserschaum (Waipuna) arbeiten, wurden überprüft. Auch ein Abflämmgerät und die so genannte Wildkrautbürste kamen zum Einsatz. Die Versuche werden im nächsten Jahr wiederholt.

Weitere Information zum erwähnten CleanRegion-Projekt finden sich im Internet unter: http://www.cleanregion.dk/Home.html

Kontakt:
Dr. Arnd Verschwele
Institut für Unkrautforschung der BBA
Messeweg 11-12, 38104 Braunschweig
Tel.: 0531 / 299 3909
E-Mail: a.verschwele@bba.de

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.cleanregion.dk/Home.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Roboter schafft den Salto rückwärts
17.11.2017 | Boston Dynamics

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie