Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sauberes Wasser für Menschen in Entwicklungsländern dank neuer Filtertechnik aus Australien

19.01.2005


Eine Handvoll Lehm, Tee oder Reis, Stroh und Kuhfladen sind die einfachen Mittel, durch die Menschen in aller Welt Zugang zu sauberem Wasser bekommen könnten.

Tony Flynn, Materialwissenschaftler an der Australian National University in Canberra, hat eine innovative Technik entwickelt, durch die Wasserfilter aus einfachen, weit verbreiteten und billigen Materialien hergestellt werden können. Zum Brennen der Filter ist kein spezieller Ofen notwendig, sondern nur ein Feuer aus Stroh und Kuhdung. Die Filter entfernen zuverlässig Krankheitserreger wie beispielsweise Coli-Bakterien.

Tony Flynns Ziel war es, eine effektive Filtertechnik zu entwickeln, die überall auf der Welt die leichte und kostengünstige Aufbereitung von Wasser zulässt. "Diese Filter haben das Potenzial, allen Menschen sauberes Trinkwasser zugänglich zu machen," so der Wissenschaftler. Die Herstellung und Anwendung der Filter ist sehr einfach zu erklären und kann von jedermann überall auf der Welt durchgeführt werden. Man braucht dazu keinerlei westliche Technologien oder spezielle Ausrüstungen.



Zur Herstellung der Filter wird eine Handvoll trockener, zerstoßener Lehm mit organischen Materialien wie Teeblättern, Kaffeesatz oder Reishülsen und etwas Wasser zu einer festen Masse vermischt. Daraus wird ein zylindrischer Topf geformt, der an einem Ende geschlossen ist. Diese Form wird in der Sonne getrocknet und dann gebrannt. Zum Brennen muss der Filter mit Stroh umgeben und auf einen Haufen Kuhdung platziert werden. Nachdem das Stroh entzündet wurde, wird zusätzlich Kuhdung nachgelegt. Innerhalb einer Stunde ist der Filter gebrauchsfertig gebrannt.

Ein großer Vorteil des Filters liegt in dieser einfachen Brennmethode, da Brennöfen nicht nur sehr teuer sind, sondern auch mehrere Stunden vorgeheizt werden müssen und wertvolles Brennmaterial wie Gas oder Holz verbrauchen.

Der Filtrierungsvorgang an sich ist ebenfalls einfach, aber höchst effektiv. Das Grundprinzip des Wasserfilters ist, dass seine Poren groß genug sind, um Wassertropfen hindurch zu lassen, jedoch nicht Bakterien und Viren. Das organische Material, mit dem der Lehm vermischt wird, wird beim Brennvorgang vernichtet und hinterlässt so Höhlungen im Filter. Es bildet sich eine spezielle Struktur, durch die Keime und Verunreinigungen aus dem Wasser herausgefiltert werden.

In Testreihen mit dem potenziell tödlichen Coli-Bakterium wurde nachgewiesen, dass die Filter 96,4 bis 99,8 Prozent der Erreger entfernen. Die in dem gefilterten Wasser noch nachweisbaren Keime bewegen sich damit deutlich in einem für Menschen ungefährlichen Bereich.Mit nur einem Filter kann ein Liter sauberes Wasser in zwei Stunden gewonnen werden.

Seine Erfindung hat Tony Flynn mit Absicht nicht patentieren lassen in der Hoffnung, dass sie bald überall in der Welt angewendet wird. Dieser einfache Wasserfilter hat das Potenzial, in Zukunft viele Menschenleben in Entwicklungsländern zu retten.

Weitere Informationen in englischer Sprache:

Tim Winkler - Abteilung Media Liaison der ANU
E-mail: Tim.Winkler@anu.edu.au
Tel: 0061 2 6125 5001 / 0061 416 249 231

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.wissenschaft-australien.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Erster Elektro-Rollstuhl der Treppen steigen kann, nimmt an Start-up Challenge 2018 in Hannover teil
19.01.2018 | B-Free Europa

nachricht Roboter schafft den Salto rückwärts
17.11.2017 | Boston Dynamics

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics