Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues aus der Röntgentechnologie: Flachdetektoren ersetzen zunehmend Röntgenfilm, Speicherfolien und Bildverstärker

13.12.2004


In der Fotografie verdrängt die digitale Technik zunehmend den Film. Auch in der Radiologie ist die digitale Technologie auf dem Weg, die konventionelle Film-Technik zu verdrängen.

Siemens Medical Solutions setzt dabei auf Flachdetektoren, mit denen die Röntgenstrahlen erfasst und in digitale Bilder gewandelt werden. Durch die neue Technologie reduzieren sich die Arbeitsschritte bei Röntgenuntersuchungen nachweislich von 36 auf sieben. Vorteile für den Patienten sind so eine kürzere Untersuchungszeit, aber auch eine niedrigere Strahlendosis.

Die Detektortechnologie hat weitere immense Vorteile gegenüber dem bisherigen Röntgenfilm: Bilder, die mithilfe der FD-Technologie aufgenommen werden, sind sofort verfügbar und können nachbearbeitet, einfach archiviert und versendet werden. Das sind Vorteile, die man auch von der digitalen Fotografie kennt. Die Arbeitsschritte in den radiologischen Abteilungen der Krankenhäuser oder in den radiologischen Praxen reduzieren sich vehement um bis zu 80 Prozent. Damit bleibt mehr Zeit für die Betreuung der Patienten. Außerdem wird die Strahlendosis durch den Einsatz der neuen Detektoren wesentlich reduziert, unter anderem durch die Vermeidung von Wiederholungsaufnahmen.

Auch in der Angiographie und in der Kardiologie kommen die Flachdetektoren zum Einsatz. Hier sind die Anforderungen an die Detektoren jedoch größer, weil sie Filmsequenzen des sich bewegenden Herzens oder der Gefäße liefern müssen. Hinzu kommt, dass die Flachdetektoren einerseits größere Körperregionen, z.B. den Brustkorb, erfassen müssen, andererseits aber kompakte Dimensionen haben sollen, damit der Arzt guten Zugang zum Patienten hat. Die Siemens-Entwickler haben diesen Widerspruch durch eine Rechteckform gelöst. Der Flachdetektor, der in der Angiographie eingesetzt wird, hat eine Aufnahmefläche von 30cm x 40cm und ist drehbar montiert.

Hinter dieser optimalen Größe steckt ein Konzept mit dem Namen Axiom FDi. Hierbei geht es darum, nicht nur die bisherige Technik durch die Flachdetektoren zu ersetzen, sondern alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die der technische Fortschritt bietet. Bestes Beispiel hierfür ist das kardiologische System Axiom Artis dFC mit magnetischer Navigation. Da der Detektor gegenüber magnetischen Kraftfeldern unempfindlich ist, kann das System mit speziellen Magneten kombiniert werden, die es bei Interventionen ermöglichen, den Katheter durch die Herzgefäße zu navigieren. Kathetereingriffe werden somit vereinfacht und können in Regionen des Herzens vorgenommen werden, die bislang nur operativ erreichbar waren. Die Vorteile der Flachdetektoren haben dazu geführt, dass heute bereits drei von vier kardiologischen Systemen, die Siemens ausliefert, mit der neuen Technik bestellt werden. Insgesamt bietet Siemens inzwischen 15 Systeme mit Flachdetektoren an.

Bianca Braun | Siemens AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Wissenschaftler entwickeln Rollstuhl, der Treppen steigen kann
30.11.2016 | Technische Universität München

nachricht AER – ein fotografierender Schaumstoffpfeil
04.11.2016 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten