Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneller Hochwasserschutz: Europaletten sollen helfen

24.11.2004


Erstes TÜV-zertifiziertes Stauwandsystem soll Schäden begrenzen - Günstig und umweltfreundlich - DBU förderte mit rund 22.000 Euro

Nach den verheerenden Hochwasserkatastrophen der vergangenen Jahre, die Millionenschäden verursacht haben, wird vor allem über eine Frage nachgedacht: Wie lässt sich Hochwasser vermeiden oder zumindest eindämmen? Eine technische Antwort liefern jetzt Spezialisten der Darmstädter Firma Holger Pötzsch (HOP). Mit finanzieller Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) haben sie ein Stauwandsystem entwickelt, das vom TÜV Süddeutschland (Filderstadt) geprüft wurde. Das patentierte System kann schnell aufgebaut, wiederverwendet werden und verspricht Hilfe beim vorbeugenden Hochwasser- und Katastrophenschutz. "Nach unseren Erkenntnissen handelt es sich um das erste TÜV-zertifizierte Stauwandsystem in Deutschland", so DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Die DBU hat das Projekt mit rund 22.000 Euro gefördert.

Wenn Hochwasser naht, kommt es auf jede Minute an, um die Fluten einzudämmen und die Schäden so gering wie möglich zu halten. Hilfe bringen Stauwände, die schnell aufgebaut werden können, dicht sind und dem Druck des Wassers Stand halten. Holger Pötzsch von der Firma HOP ist es gelungen, aus Europaletten und einer besonders dichten Folie ein sicheres, flexibles und zugleich umweltfreundliches Stauwandsystem zu entwickeln.



Das Prinzip: genormte Europaletten - bekannt aus dem Supermarkt - werden mit verzinktem Stahl zu einer stabilen Stützkonstruktion zusammengesetzt. Anschließend wird die Konstruktion mit einer Folie bespannt, die auch unter hoher Belastung dicht bleibt. Der Clou: die Folie lässt sich zu hundert Prozent wiederverwerten und schont so die Umwelt.

"Die Stauwand ist sehr flexibel einsetzbar", sagt Holger Pötzsch. "Sie kann bis auf 1,55 Meter erhöht werden und eignet sich auch für enge Gassen, wie es sie in Altstädten oft gibt." Auch an Ecken wurde gedacht, so dass selbst komplizierte Abgrenzungen für alle Winkel möglich sind. Aber das neue Stauwandsystem kann noch mehr: "Es ist denkbar, Bach- und kleine Flussläufe mit dem System umzuleiten, um beispielsweise Arbeiten an einem Bachbett durchzuführen", meint Pötzsch. "Wenn nötig, können fließende Gewässer auch durch Ortschaften geführt oder wichtige Straßen in Überflutungsgebieten offen gehalten werden."

Kombiniert werden kann die Stauwand mit einer "Wasserbremse" für Gullyausgänge. Dazu wird eine runde Barriere von bis zu 1,20 Meter - ein so genannter Überlaufsperrbehälter - um einen Gully gelegt. So wird das Wasser aus den voll gelaufenen unterirdischen Kanälen daran gehindert, in die Straßen zu strömen und zusätzlichen Schaden anzurichten. Wie das Stauwandsystem selbst sind auch die Sperrbehälter einfach zu lagern.

"Im Vergleich zu einem Wall aus Sandsäcken hat das neue Stauwandsystem viele Vorteile", so DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. "Es kann schnell aufgebaut werden, ist dichter und wiederverwendbar, denn anders als der Sand ist es nach einem Hochwasser leicht zu reinigen." Allein im Hochwasser-Jahr 2002 investierte die DBU 2,8 Millionen Euro in Projekte zur Beseitigung von Hochwasserschäden; im vergangenen Jahr stellte die Stiftung 3,5 Millionen Euro für vorbeugenden Hochwasserschutz bereit.

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de
http://www.wasserstauwand.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise