Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beamer für die Westentasche

11.11.2004


Eine Vision für den Miniprojektor: Auf Geschäftsreise mal schnell eine Präsentation vorführen.
© Fraunhofer ISIT


Ein Projektor im Taschenformat ist in Reichweite: In ihm baut ein beweglicher Mikrospiegel das Bild Zeile für Zeile auf. In einem Laborprototypen konnten Forscher seine Schwingfrequenz und Auflösung so weit steigern, dass Grafiken und Texte klar lesbar erscheinen.

Nicht viel größer als ein Stück Würfelzucker könnte der Beamer der Zukunft sein. Eingebaut in Handys wäre der Miniprojektor immer dabei – etwa für eine PowerPoint-Präsentation im kleinen Kreis oder den schnellen Blick in ein Online-Journal. In fremden Städten könnte er die Orientierung erleichtern, indem er einfach einen Stadtplan an die nächste Häuserwand projiziert. Noch ist dies Zukunftsmusik. Einen Demonstrator für ein derart winziges Gerät haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Siliziumtechnologie ISIT in Itzehoe aber bereits gebaut. Er projiziert Texte und Grafiken mit einer Auflösung von 320 x 240 Bildpunkten. Herzstück ist ein beweglicher Spiegel mit einem Durchmesser von 1,5 Millimetern, der sich als Massenprodukt auf einem Chip fertigen lässt. Er lenkt einen Laserstrahl durch flinkes Ändern seines Kippwinkels, und baut so das Bild Pixel für Pixel auf.

»Das besondere an dem Spiegel ist seine Aufhängung«, betont Ulrich Hofmann. »Durch eine spezielle Befestigung an zwei Torsionsfedern lässt sich der Spiegel um zwei Achsen kippen. Dadurch kann er einen Laserstrahl horizontal und vertikal ablenken.« Nach jeder Auslenkung ziehen die Federn den Spiegel so schnell in seine Ausgangslage zurück, dass er sich mehrere tausend Mal pro Sekunde verkippen lässt. Passend zur hohen Beweglichkeit haben die Forscher die Elektronik beschleunigt. Sie entscheidet im Bereich von Nanosekunden, wie sie das Laserlicht modulieren muss, damit jedes Pixel in der richtigen Helligkeit erscheint. Um Fehler in der Projektion zu vermeiden, dient ein zweiter Laser als Kontrolle. Er strahlt ebenfalls auf den beweglichen Spiegel; das reflektierte Licht trifft jedoch auf eine Photodiode, die ortet, wie der Spiegel verkippt ist. »Verändert der Spiegel zum Beispiel durch Erschütterungen ungewollt seine Position, merkt die Kontrolle dies«, erklärt Hofmann. »Die Elektronik kann dann flexibel darauf reagieren und die Bildinformation entsprechend anpassen.« Das System ist dadurch weitgehend unempfindlich gegenüber Störungen von außen.



Noch passt der Demonstrator in kein Mobiltelefon. »Für den Test hatten wir die Elektronik noch nicht auf ein Minimum verkleinert«, sagt Hofmann. Das ist aber eines der nächsten Ziele der Forscher, die außerdem die Frequenz der Spiegelbewegung und so die Auflösung erhöhen möchten. Auch an anderer Stelle hakt es noch: Als winzige Lichtquelle mit ausreichender Lebensdauer und Leuchtstärke gibt es bisher nur rote Laserdioden. In diesem Bereich warten die Forscher nun auf Entwicklungen ihrer Kollegen. Ihr System haben sie aber schon für den Mehrfarbenbetrieb gerüstet.

Ansprechpartner:

Dipl.-Phys. Ulrich Hofmann
Telefon +49 4821 17-4529
Fax +49 4821 17-4590
ulrich.hofmann@isit.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie ISIT
Fraunhoferstraße 1, 25524 Itzehoe

Dipl.-Phys. Ulrich Hofmann | Fraunhofer ISIT
Weitere Informationen:
http://www.isit.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Roboter schafft den Salto rückwärts
17.11.2017 | Boston Dynamics

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten