Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Student entwickelt revolutionären Rollstuhl

13.08.2004



Behinderte im Notfall nicht auf Hilfe angewiesen

Ein Student der Northumbria Universität hat einen revolutionären Rollstuhl erfunden, der in Notfällen Leben retten kann, weil er die Fähigkeit besitzt, sich ohne die Hilfe einer zweiten Person über Stiegen zu bewegen. Gesundheits- und Sicherheitsgesetzgebung sowie die Feuerwehr empfehlen, bei Notfällen nicht den Lift zum Verlassen eines Gebäudes zu benutzen. Für Menschen mit Mobilitätsproblemen stellt das ein ernstes Problem dar, weil sie so von der Hilfe ihrer Freunde und Kollegen bei der Flucht abhängig werden.

Simon Kingston, der dieses Jahr mit ausgezeichnetem Erfolg in Industriedesign an der Northumbria Universität graduiert hat, hat eine Lösung für dieses Problem gefunden. Er hat einen Rollstuhl entworfen, der ein "Walzenrollersystem" hat, das den Abstieg des Stuhls kontrolliert und ein Dreirad, das dem Fahrer erlaubt, Stiege für Stiege herunterzufahren ohne jegliche Hilfe. Kingston war auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten in der Gesundheitsindustrie und ist auf das neue Gesetz gestoßen, das Unternehmen die Verantwortung für das sichere Verlassen von Gebäuden durch behinderte Menschen gibt. Viele Leute wollen diese Verantwortung für jemanden, der an einen herkömmlichen Rollstuhl gebunden ist, aber nicht auf sich nehmen. Genau hier setzt Kingstons Idee des Multiscape Rollstuhls an.



Der Hebelarm des Rollstuhls arbeitet vergleichbar mit einem Schraubendreher mit Sperrvorrichtung, der den Rollstuhl die Stiegen hinunter befördert, wenn er vorwärts gedreht wird. Das Rollensystem vorne am Stuhl kontrolliert die Geschwindigkeit beim Abstieg, während Getriebe, die am Hebelarm angebracht sind, und das Dreirad das Herunterkommen erlauben, ebenso die Bewegung auf flachem Untergrund und Wendungen, was das Gerät ideal zum Manövrieren rund um enge Ecken in Treppenschächten macht. Kingston glaubt, dass herkömmliche Rollstühle das System einfach adaptieren können. Außerdem ermöglicht es auch den Aufstieg, was die Zugänglichkeitsprobleme lösen könnte, mit denen viele behinderte Menschen konfrontiert sind.

Kingston erklärte: "Ich glaube es könnte von einem normalen Rollstuhl adaptiert werden; außerdem glaube ich, es könnte so gemacht werden, dass es auch aufwärts geht, durch das Einbinden einer Hydraulik oder eines kleinen Motors. Der Grund dafür, dass ich eine derartige Technologie nicht eingebaut habe, liegt daran, dass es für diese Art von Uni-Projekt zuviel Aufwand gewesen wäre, also habe ich mich auf den Evakuierungsaspekt konzentriert." Carrie Withers, Lektor an der Northumbria Universität, sagte: "Ich glaube, dass der Rollstuhl eine wirklich revolutionäre Idee ist, die eine Lücke in der Gesundheitsindustrie füllen könnte, indem sie behinderten Menschen einen Fluchtweg ermöglicht und das Risiko für andere Menschen minimiert. Ich schätze seine Initiative und hoffe, dass Simon einen Produzenten für den Rollstuhl findet, so dass er zu einem angemessenen Preis für die Organisationen erhältlich wird. Seine Ideen zur Modifikation sollten weiter erforscht werden und das moderne Design kommt sicher vielen Rollstuhlfahrern entgegen." Der Stuhl hat schon das Interesse von Behindertengruppen in Nordostengland auf sich gezogen und Kingston hofft auf finanzielle Unterstützung, um in die Produktion gehen zu können.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.northumbria.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Roboter schafft den Salto rückwärts
17.11.2017 | Boston Dynamics

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte