Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bayer will frühzeitig Megatrends orten

21.06.2004


Um auf die Anforderungen der künftigen Märkte optimal reagieren zu können, hat sich die Bayer MaterialScience AG zu einer Innovationsoffensive entschlossen. Kern des Konzepts ist ein “Creative Center”, in dem sich Experten des Unternehmens gemeinsam mit Kunden, Zukunftsforschern, Designern und Vertretern von Universitäten als Trend Scouts betätigen.

Obwohl er einräumt, nicht in die Zukunft sehen zu können, erinnert die Vorgehensweise doch ein wenig an den berühmten Blick in die Glaskugel. “Unsere Vordenker beschäftigen sich mit Methoden, um zu plausiblen Voraussagen zu kommen”, erklärt Ian Paterson, Mitglied des Vorstands der Bayer MaterialScience AG. “Bei diesen Voraussagen geht es unter anderem um Fragen, wie die Automobile der Zukunft aussehen und wie wir miteinander kommunizieren werden”, konkretisiert der Experte.

Um rechtzeitig das Ohr auf der Schiene zu haben, bauen die Trend Scouts des Unternehmens zunächst interne und externe Experten-Netzwerke auf. Zur Gewährleistung eines optimalen Know-how Transfers werden in diese die Ideenschmieden der Kunden ebenso eingebunden wie Institute, Universitäten, Designer und Zukunftsforscher. Im Sinne eines Market-Pull-Ansatzes entwickelt Bayer dann gemeinsam mit diesen Experten Zukunftsszenarien, die schließlich zur Erstellung von Roadmaps für die weitere Produktentwicklung führen. Im Anschluß werden ausgewählte Projektideen von dem branchenorientierten Bereich Industry Innovation in konkrete Projekte überführt und bis zu marktreifen Produkten weiterentwickelt.



Licht im Dunkel der Damenhandtasche

Ein aktuelles Beispiel liefert die sogenannte Smart Surface Technology. Am Anfang habe die Vision der Automobilindustrie gestanden, im Innenraum wichtige Funktionen mit Hilfe einer sogenannten ambienten Beleuchtung anzuzeigen und damit gleichzeitig eine ungewöhnliche Atmosphäre zu schaffen, erläutert Paterson. In enger Zusammenarbeit mit der Lumitec AG hätten die Entwicklungen schließlich zu den ersten dreidimensional formbaren, leuchtenden Kunststoffteilen geführt.

Verantwortlich für diesen Effekt ist das Phänomen der Elektrolumineszenz. Als Trägermaterial dient eine transparente, flexible und Bedruckbare Folien auf Polycarbonat-Basis, die mit einem hauchdünnen Elektrodensystem bedruckt wird. Nach Verbindung mit einer Spannungsquelle und dem Einbau eines Inverters ist das System zum Einsatz bereit. Im Zuge der Entwicklungen stellte sich heraus, dass sich die leuchtenden Kunststoffteile auch als Signalflächen auf Kleidungsstücke eignen und auch – eine Innovation auf dem Markt – “Licht ins Dunkel” von Damenhandtaschen bringen können. Der Lederwarenspezialist BREE hat die Idee jetzt aufgegriffen und bietet auf dem Markt die ersten Damenhandtaschen mit “Innenbeleuchtung” an.

Lacke wie Samt und Seide

Andere zukunftsweisende Entwicklungen betreffen Lacke, bei denen nicht nur die Optik, sondern auch die Haptik höchsten Ansprüchen gerecht wird. So fragen die Kunden verstärkt nach Produkten, bei denen die Berührung mit der Oberfläche positive Empfindungen auslöst, wobei in der Regel ein warmer, samtiger “Touch” auf der Wunschliste ganz oben steht. Erreicht wird dieser Effekt unter anderem durch nanoskalige Siliconpartikel. Das Spektrum derartiger Anwendungen erstreckt sich von der Gestaltung des Automobil-Innenraums über Geräte der Unterhaltungselektronik bis hin zu Staubsaugern.

Rolf Froböse | Rolf Froböse
Weitere Informationen:
http://www.bayer.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise