Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Reiserad mit eingebautem Rückenwind: Studierenden-Projekt begeistert bundesweit

27.02.2004


Mit möglichst wenig Kraftaufwand und bequemer sollten die Radler und Radlerinnen künftig fahren. Wetterschutz und elektrischer Antrieb: Ein Reisegefährt sollte es werden, mit eingebautem Rückenwind. Anfangs war es nur die fixe Idee einiger Maschinenbau-Studenten der TU Darmstadt. Dann wurden die Vorstellungen konkreter und sie gründeten das Projekt "Läufer". Das war vor knapp sechs Jahren. Inzwischen entwickeln und schrauben Studierende der unterschiedlichsten Disziplinen aus ganz Deutschland mit an dem Zweirad. So ist dem Objekt zum Beispiel deutlich anzusehen, dass auch Industrie-Designer mitwirken.


Testfahrt am BIBA: Künftig entwickeln auch Bremer Wissenschaftler und Studierende mit



Unterstützt von mehr als 100 Fachleuten aus Wissenschaft und Wirtschaft setzen die Studierenden ihre Ideen um - unkonventionell und zukunftsweisend. Die Studien- und Diplom-Arbeiten zu den Entwicklungen an dem Rad beweisen den Qualitätsanspruch der Studierenden. Ein weiterer Beleg dafür ist die Serie der Prototypen. Fünf Generationen gibt es mittlerweile. Nun wurde das neuste Modell im "Institut für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaft an der Universität Bremen" (BIBA) vorgestellt. Denn in Zusammenarbeit mit der Bremer "Ingenieurwerkstatt" wird sich das BIBA künftig an dem Projekt beteiligen.

Als Experten im Bereich des Energiemanagements in der Fahrzeugtechnologie unterstützen BIBA und "Ingenieurwerkstatt" das "Läufer"-Team künftig bei der Weiterentwicklung des elektrischen Antriebs. Damit eröffnen sie auch den Bremer Nachwuchs-Ingenieuren der Universität die Möglichkeit, sich an der anspruchsvollen Aufgabe zu beteiligen und darüber Studien- oder Diplomarbeiten zu schreiben. Betreut werden sie im BIBA.


Rahmen, Sitz, Bremsen, Antriebstechnik - kaum noch etwas erinnert an den klassischen Drahtesel. Der Blick unter die futuristische Verkleidung des Hightech-Mobils versetzt selbst erfahrene Fahrrad-konstrukteure in Erstaunen: "Das ist nicht nur ein Design-Kunstwerk", sagt Dr.-Ing. Roger Stanislowski von der "Ingenieurwerkstatt" anerkennend und meint: "Einige Elemente dieses Fahrzeugs werden wir irgendwann in der Serienproduktion wiederfinden." Überzeugt von den Ideen und deren Umsetzung waren auch die BIBA-Wissenschaftler: "Der Innovationsgrad des Rades sticht aus der bekannten Leichfahrzeug-Entwicklung heraus", sagt Dipl.-Ing Michael Sorg und betrachtet das futuristische Mobil. "Es birgt eine Fülle innovativer Ansätze," meint er. Die Studierenden haben bereits in anderen Bereichen vorhandene Technologien verwendet, sie für das Rad optimiert, getestet und weiterentwickelt. Entsprechend bezeichnen die "Läufer"-Konstrukteure ihr Werk inzwischen auch nicht mehr nur als "Rad", sondern als "Innovationsträger".

"Durch dieses Projekt haben wir einen Teil unserer Ausbildung selbst gestaltet," sagt Christian Heßling, einer der "Läufer"-Gründer. "Was wir so gelernt haben, ging über ein normales Studium weit hinaus." Praxis pur: Projekt-Organisation, Entwicklung, Buchhaltung, Einkauf, Präsentation und vor allem die Verantwortung - was den Ingenieur in seinem künftigen Berufsleben eben alles so erwartet. "Auch den Spaßfaktor dabei darf man nicht vergessen," sagt Mathias Goldt, der neue Team-Chef im "Läufer"-Rennstall. "Technik macht Spaß: Das Objekt, das Erfahren, das Ergebnis ..."

Von seinen Ideen, seiner Arbeit und seiner Ausdauer konnte das studentische Projekt-Team nach und nach immer mehr Industrieunternehmen und Hochschulen begeistern - darunter allein gut 50 Sponsoren aus der Industrie. Die Liste der Partner ist beeindruckend: Mit dabei sind die FH Darmstadt und die TU München sowie die Unternehmen SKF, Vaude, Wethje Kunststofftechnik, IBM und Rohloff. Auch der Bereich Betriebliche Bildung von DaimlerChrysler (Werk Bremen) entwickelt mit, und das Berufsbildungswerk Bremen unterstützt die Studierenden bei der Fertigung von Modellen.


Weitere Informationen:

Dipl.-Ing. Michael Sorg (BIBA), Tel.: 0421 218-55 77, E-Mail: sor@biba.uni-bremen.de
Dr.-Ing. Roger Stanislowski (Ingenieurwerkstatt), Tel.: 0421 276 90 83, E-Mail: rs@ing-werkstatt.de
Christian Heßling (Projekt Läufer), Tel.: 0179 114 22 69, E-Mail: christian@projekt-laeufer.de
Mathias Goldt, (Projekt Läufer), Tel.: 0179 531 87 80, E-Mail: mathias.goldt@projekt-laeufer.de

Sabine Nollmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.projekt-laeufer.de
http://www.biba.uni-bremen.de
http://www.ing-werkstatt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften