Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehrphasen-Mikrogrenzflächen

16.09.2003


Im Rahmen eines von der EU finanzierten Projekts wurde ein Verdampfungsgerät gebaut, mit dem sich Mikrogrenzflächen zwischen einem Gas und einer Flüssigkeit und zwischen zwei Flüssigkeiten herstellen lassen. Das Gerät soll für chemische und thermische Stabilität in einer portablen Apparatur zur Überwachung von Beta-Lactam-Antibiotika-Rückständen in Milch sorgen.



Derzeit besteht eine stetig wachsende Notwendigkeit zur Entwicklung leicht bedienbarer Instrumente und Verfahren, die sich auch ohne wissenschaftliches Expertenwissen vor Ort einsetzen lassen. Von besonders großer Bedeutung ist dies bei der Kontrolle der Lebensmittelqualität: Hier fordern sowohl die Verbraucher als auch die Aufsichtsbehörden, dass Lebensmittel frei von jeglichen Rückständen industrieller, landwirtschaftlicher und medizinischer Herkunft sind. Aus diesem Grund konzentrierten sich die Teilnehmer des CREAM-Projekts in erster Linie auf die Entwicklung alternativer analytischer Prüfinstrumente zur Überwachung aon Antibiotika-Rückständen in Milch.

Die neu entwickelte Testpatrone, die eine Analyse mit molekular geprägten Polymeren (Molecularly Imprinted Polymers, MIPs) unterstützt, zeichnet sich gegenüber den derzeit angewandten immunologischen und biochemischen Verfahren durch offensichtliche Vorteile im Hinblick auf chemische und thermische Stabilität aus. Möglich wurde dies vor allem durch ein in Mikrosystemtechnik hergestelltes Verdampfungsgerät, das als Mehrphasen-Fluidgrenzfläche dient, die sowohl beim Mischen mehrerer Phasen als auch zur Analyse durch Festphasen-Mikroextraktion (Solid Phase Micro-Extraction, SPME) eingesetzt werden kann. Auf diese Weise bietet das fortschrittliche Hilfsmittel eine straffe und einfache Kontrolle von Druck, Temperatur und Volumen.


Darüber hinaus gestattet das Gerät eine Schnellkühlung unter Ausnutzung des Verdampfungs- und Kondensationsprozesses, wie er in Wärmeleitrohren ("Heatpipes") und Kapillarkraft-Pumpkreisläufe (Capillary Pumped Loops, CPLs) häufig anzutreffen ist. Aufgrund der Druckdifferenz entlang der Oberfläche, die im Verdampfer die Dampf- von der Flüssigkeitsphase trennt, bewirken Oberflächenspannungskräfte ein Zirkulieren der Flüssigkeit. Je kleiner die Abmessungen eines Flüssigkeitströpfchens ist, desto größer ist die Verdampfungsrate und damit die Kühlwirkung.

Für dieses Zweiphasen-Temperaturregelungssystem sind unterschiedliche Anwendungen denkbar, die von der chemischen Feinsynthese und -analyse bis zu Wärmetauschern für Elektronikchips reichen. Interessierten Industriepartnern wird der bereits entwickelte Laborprototyp im Wege unterschiedlicher Kooperationen angeboten.

Kontat:

University of Neuchâtel
Institute of Microtechnology
Prof. Nico F. De Rooij
Jaquet-Droz 1, 2007 Neuchâtel, Schweiz
Tel: +41-32-7205654
Fax: +41-32-7205711
Email: nico.derooij@unine.ch

Prof. Nico F. De Rooij | ctm
Weitere Informationen:
http://www-samlab.unine.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik