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Vollmond an der Leine

08.08.2003


Ein leuchtender Ball schwebt über der nächtlichen Szenerie und taucht die Umgebung in ein angenehmes, tageslichtähnliches Licht


Mondsüchtige hätten ihre Freude daran, und auch der erste Eindruck, den ein HeliMax Powermoon® beim unvorbereiteten Beobachter hervorruft, könnte erhellender kaum sein: Ein leuchtender Ball, deutlich strahlender als das Nachtgestirn, schwebt über der nächtlichen Szenerie und taucht die Umgebung in ein angenehmes, tageslichtähnliches Licht – praktisch frei von Schlagschatten, wie man sie von grellen Flutlichtanlagen kennt.

Realisiert wurde diese bemerkenswerte Lichtquelle mit Hilfe eines Synthesekautschuks: Das leichte, transluzente ContiVitroflex®-Verbundmaterial der Northeimer ContiTech Elastomer-Beschichtungen GmbH, aus dem die Noelle Industrielle Umwelttechnik GmbH, Rheinberg, ihre Leuchtballons fertigt, besteht unter anderem aus dem UV-beständigen EVM-Kautschuk Levapren® von Bayer Polymers, einem Unternehmensbereich der Bayer AG.

Die Idee hinter dem HeliMax Powermoon® ist verblüffend einfach: Man bringe eine helle Lichtquelle in einen Ballon, fülle ihn mit Helium und lasse beides an einer Stromzuleitung in die Höhe steigen. Tatsächlich ist dieser Gedanke so neu nicht: "Die grundlegende Idee hatte ein pfiffiger französischer Naturforscher bereits vor über hundert Jahren. Leider konnte er sie seinerzeit nicht realisieren, da damals weder Helium in den benötigten Mengen verfügbar war noch transparente Materialien bekannt waren, die dicht genug waren, um dieses Gas lange genug festzuhalten", sagt Dipl.-Ing Jürgen Nölle, Geschäftsführer der Noelle Industrielle Umwelttechnik GmbH.



Dies änderte sich erst Ende des vergangenen Jahrhunderts mit Hilfe von High-tech-Werkstoffen wie dem Bayer-Kautschuk Levapren®. Helium ist eines der flüchtigsten Gase überhaupt. "Herkömmliche gummierte Gewebe, die zum Beispiel in klassischen Heliumballons eingesetzt werden, müssen, um halbwegs dicht zu sein, mit Füllstoffen wie etwa Graphit versehen werden, die Licht gar nicht oder nur in ungenügender Weise durchlassen", sagt Jürgen Nölle. "Daher ist unser HeliMax Powermoon® letztlich durch Levapren® überhaupt erst möglich geworden: Die ContiTech-Membranen sind die einzigen, die sich der Aufgabe nach langen Testversuchen gewachsen gezeigt haben."

Denn Membranen aus Levapren® sind nicht nur gasdicht, wetter- und UV-beständig – wichtig für eine hohe Lebensdauer in Gegenwart heller Metalldampflampen –, sondern absorbieren auch kein sichtbares Licht, so dass sie die Leistung der im Ballon befindlichen Leuchtmittel ohne Farbverfälschung durchlassen. Und: Levapren® lässt sich bereits mit vergleichsweise geringen Mengen des Füllstoffs Silica – das obendrein für den diffusen Lichtstreueffekt und damit die tageslichtähnliche Wirkung mitverantwortlich ist – auf hohe Festigkeiten trimmen. "Damit sind diese Membranen, die wir zusätzlich mit einem Polyamid-Gewebe verstärken, nicht nur abriebbeständiger, sondern auch deutlich robuster als zum Beispiel solche aus Silikonkautschuken", betont auch Stefan Kisser, der bei der ContiTech an der Entwicklung der Ballonmembranen beteiligt war. Durch ihre hohe Festigkeit können die Ballonmembranen also besonders dünn und damit leicht gehalten werden.

Das geringe Gewicht der Membran erhöht natürlich die Ballonnutzlast. So kann die Lichtmenge, mit der ein Powermoon® zum Beispiel Sportveranstaltungen, nächtliche Baustellen, Rockkonzerte und sogar Filmsets in ein blend- und Schlagschatten-freies Licht taucht, erheblich sein: Das größte HeliMax-Modell mit einem Durchmesser von 5,5 Metern enthält vier jeweils 4000 Watt starke HQI-Lampen, die trotz geringen Energieverbrauchs so hell sind wie Halogenlampen mit 35.000 Watt Leistung (über 1.000.000 Lumen!). Damit lässt sich aus 50 Metern Höhe ein Areal im Radius von 800 Metern problemlos beleuchten; selbst in 1,5 Kilometern Entfernung schafft diese kleine Sonne noch dämmerungsähnliche Lichtverhältnisse.

"Natürlich muss es zum Ausleuchten des Bürgerfests in der Fußgängerzone nicht gleich der größte Powermoon® sein", sagt Jürgen Nölle. "Für überschaubare Events haben wir auch kleinere Produkte im Programm, die schon bei Installationshöhen von lediglich drei bis fünf Metern angenehm gleichmäßige Lichtverhältnisse schaffen. Darunter lässt es sich stressfrei arbeiten, ohne dass z.B. Arbeiter durch eine zu hohe Blendwirkung gefährdet werden. Und durch ihr geringes Gewicht – kleine Modelle aus unserer Palette bringen wegen des leichten Membranmaterials nicht mehr als zehn Kilo auf die Waage – lassen sich diese Lichtquellen in jedem PKW verstauen." Ausgepackt geht dann innerhalb von zehn Minuten der Mond auf.

| BayNews
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