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LCD-Bildschirm mit Gedächtnis

05.08.2003


Die französische Firma Nemoptic hat auf der SID-Messe von Baltimore einen innovativen LCD-Display mit Gedächtnis vorgestellt. Wie auch beim klassischen LCD-Bildschirm wird durch Strom ein Bild erzeugt, wobei der große Unterschied und Vorteil darin besteht, dass das Bild bestehen bleibt, auch wenn der Strom abgeschaltet wird. Dadurch kann der Stromverbrauch der LCD-Bildschirme stark verringert werden.

Im klassischen Bildschirm werden flüssige Kristalle zwischen Polymere eingefügt. Werden diese Kristalle unter Strom gesetzt, nehmen sie eine spezielle Orientierung ein (parallel zum elektrischen Feld) und bilden so einen schwarzen Punkt. Wird der Strom abgeschaltet, "ziehen" die Polymere die Kristalle in ihre Ausgangsposition zurück (weißer Punkt). Bei den neu entwickelten Bildschirmen von Nemoptic dagegen ist diese zweite Phase anders. Die Kristalle drehen sich um ihre eigene Achse und bilden somit eine Spirale, die optisch ebenfalls einen schwarzen Punkt bildet. Diese Endposition ist stabil und kann nur mit einem bestimmten elektrischen Strom wieder aufgehoben werden.

Während bei einem klassischen LCD-Bildschirm das Bild 50 Mal pro Sekunde "aufgefrischt" wird, ist bei den neuen Bildschirmen nur Strom nötig, wenn das Bild verändert wird. Dadurch kann der Energieverbrauch (mindestens!) um den Faktor 1000 verringert werden. Diese Technologie ist in erster Linie besonders interessant für alle Apparate, deren Energie begrenzt ist: Handys, elektronische Bücher, PDA. Nemoptic denkt bereits über ein elektronisches Portemonnaie nach, das fortwährend die noch verfügbare Summe anzeigen soll. Eine Herausforderung bleibt dennoch die Anzeigegeschwindigkeit. Zur Zeit ist es noch nicht möglich ein Video (24 Bilder pro Sekunde) auf einem solchen Bildschirm anzuschauen. Wenn dieses Problem gelöst ist, können auch tragbare Spielkonsolen (wie zum Beispiel Game Boys) damit ausgestattet werden.



Nemoptic basiert auf einer Technologie, die vom französischen Forschungszentrum CNRS entwickelt wurde.

Kontakt: Thierry Laboureau (Nemoptic), E-mail: t.laboureau@nemoptic.com

Michel Guichard | idw
Weitere Informationen:
http://www.nemoptic.com
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand/index.htm

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