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Simulator erfasst Touristenaufkommen auf Colorado River

15.01.2003


Mathematiker bringen Bootsreisenden gewünschte Einsamkeit

Bootstouristen auf der Suche nach Wildwasser-Abenteuer im Gebiet des Grand Canyon könnten von einem neuen Simulator profitieren. Das von der Mathematikerin Catherine Roberts entwickelte Computermodell "Grand Canyon River Trip Simulator" (GCRTSim) für Bootsreisende bzw. Rafting-Touristen berechnet das Touristenaufkommen an den einzelnen Rastplätzen entlang des Colorado Rivers. Zweck der "virtuellen Wildwasserfahrt": Ranger sollen die Besuchermassen besser verteilen können. Und dies ist auch nötig, so schreibt das Fachblatt Nature, das die Zahl der Boots-Touristen auf dem Colorado River seit den frühen 70er Jahren auf heute bereits 22.000 jährlich angestiegen ist. Dazu kommen tausende Reiseführer, Forscher und Parkmanager. Von Wildwasser-Romantik kann keine Rede mehr sein. Die Wartezeit für eine Bootstour beträgt bereits zwölf Jahre.

Ein wesentliches Problem der Überfüllung der touristisch interessanten Gebiete ist die Tatsache, dass Start- und Endpunkt der Bootstouren genau festgelegt sind. Touristen können aber während der Tour frei wählen, wo, wann und wie lange sie stoppen wollen. Roberts, tätig am College of the Holy Cross in Worcester, hat diese Daten in den Computer eingespeist und auch berücksichtigt, mit welchem Bootstyp die Touristen unterwegs waren.



Anschließend verglichen die Entwickler das prognostizierte Touristenaufkommen mit den tatsächlichen Aufzeichnungen, die aus Reisetagebüchern von 487 Bootstouren entlang einer 447 Kilometer langen Flusspassage stammten. Die Forscher justierten das Modell so lange, bis es das durchschnittliche Verhalten einer Touristengruppe zuverlässig voraussagte.

Roberts wird den Simulator nächste Woche auf einem gemeinsamen Treffen der American Mathematical Society und der Mathematical Association of America in Baltimore vorstellen. Die Mathematikerin ist zuversichtlich, dass GCRTSim Reisegruppen und das Parkmanagement bei der Touren-Planung unterstützen wird. Es könnte z.B. die Wirkung der Gruppenbegrenzung oder eines Verbots motorisierter Boote überprüfen. Ähnliche Modelle werden bereits für die Verkehrsvorhersage in Städten eingesetzt.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.scubamom.com
http://www.nature.com
http://www.holycross.edu

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