Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bergmönch greift nach dem Gipfel: Student der Hochschule Kempten entwickelt Downhill-Bike im Rucksack

19.09.2008
Wem in den letzten Wochen und Monaten auf seiner Tour durch die Allgäuer Bergwelt ein junger Mann auf einem ungewöhnlichen Gefährt rasant entgegen kam, der ist ihm bereits begegnet, dem „Bergmönch“.

Doch was steckt hinter diesem mystisch anmutenden Namen? Ein Pilger auf Bergtour? Nein, der „Bergmönch“ ist ein ausgefallener Prototyp des jungen Nachwuchsingenieurs Thomas Kaiser. Der 21-jährige Schrattenbacher hat im Rahmen seines Maschinenbaustudiums an der Hochschule Kempten ein cleveres Downhill-Bike entwickelt, das in einem bequemen Rucksack verpackt ist.



Fotos: Martin Erd


Mountainbiken und Bergwandern sind Kaisers Leidenschaften neben dem Studium. So ist es wenig verwunderlich, dass ihm die Idee zum „Bergmönch“ auf einer seiner zahlreichen Touren kam. „Nachdem man am Gipfel angekommen ist, ist der Abstieg doch eher unattraktiv. So habe ich mich auf dem Sportmarkt nach einem geeigneten „Abstiegsgerät“ umgesehen, aber ohne Erfolg“, so Kaiser. Der Erfindergeist war geweckt. Mit Unterstützung der Hochschule Kempten und der SportKreativWerkstatt, einem Kompetenzzentrum für Sportinnovationen in München, arbeitete er knapp ein Jahr an einer adäquaten Lösung für diese Marktlücke. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Bergauf trägt man das zusammengeklappte Rad als Rucksack. Oben angekommen lässt sich der „Bergmönch“ innerhalb von drei Minuten zusammenstecken. Heraus kommt eine knapp neun Kilo leichte Kombination aus Downhill- Mountainbike und Roller. Damit steht einer Abfahrt mit hohem Spaßfaktor nichts mehr im Wege.

Gefahren wird im Stehen oder Knien, wobei der Rucksack als Auflagefläche für die Unterschenkel dient. Das Gefährt ist äußerst geländetauglich, bietet Sicherheit beim Fahren und ist auch für Ungeübte leicht zu handhaben. Der Name „Bergmönch“ mag verwundern, sein Ursprung ist andererseits logische Konsequenz. „Man trägt das Rad auf den Berg, und kniet bei der Abfahrt wie ein Mönch – „Bergmönch“ eben“, erklärt Kaiser.

Auf der Suche nach Partnern für die Produktion und den Vertrieb seiner zum Patent angemeldeten Erfindung ist der Maschinenbaustudent in der vergangenen Woche durch die Hallen der Messe Eurobike in Friedrichshafen gezogen. Ein namhafter Hersteller der Sportindustrie hat bereits deutlich sein Interesse bekundet. Er sieht im „Bergmönch“ einen möglichen Trend für die nächsten Jahre.

Angespornt von diesen Aussichten wird Kaiser seinen Prototypen nun weiter optimieren. Im Rahmen seiner studentischen Projektarbeit wird er mit Unterstützung von zwei Kommilitonen das Gewicht des Bikes etwas reduzieren sowie die Handhabung perfektionieren. Die Hochschule Kempten wird ihn dabei auch weiterhin tatkräftig unterstützen. „Ich bin sehr froh, dass die Hochschule so hinter mir und meinem Projekt steht. Zusammen mit deren Mitarbeiter Rupert Hartmann habe ich den Prototypen in den hochschuleigenen Werkstätten und Laboren gefertigt. Allein wäre das alles so nicht realisierbar“, sagt Kaiser. Auch der Dekan der Fakultät Maschinenbau Prof. Dr. Walter Kurz zeigt sich hoch erfreut über seinen Studenten. „Es ist einfach toll, nach einer anfänglichen Bleistiftskizze dieses reale und überzeugende Ergebnis zu sehen“.

Aufgrund moderner Labore und Ausstattungen sowie der sehr guten Betreuungsverhältnisse gehören die Kemptener Studiengänge der Fakultät Maschinenbau laut Hochschulranking zu den besten in Deutschland. Ideale Lehrbedingungen , die auch Thomas Kaiser zu Gute kommen. „Mir ist wichtig zu zeigen, dass der Studiengang Maschinenbau auch Lösungen für solche Projekte bietet. Das teilweise verbreitete angestaubte Image des Ingenieurs, der mit öligen Fingern an einer Maschine schraubt, ist längst passé“, so Kaiser. Saubere Produktionshallen, intelligente Technik, regelmäßige Marktneuheiten und exzellente Karrierechancen bilden das moderne Gesicht des Maschinenbaus.

Auch der Tüftler Thomas Kaiser sieht seine berufliche Zukunft in einer jungen Branche. „Im Sports-Engineering Fuß zu fassen und wenn möglich noch mit dem eigenen Produkt, das wäre ein Traum“. Bevor es soweit ist, arbeitet er weiter an den Feinheiten seines Prototyps. Bereits im Februar 2009 möchte er mit seinem ausgereiften „Bergmönch“ den BrandNew Award auf der ISPO in München gewinnen. Man darf gespannt sein…

Sybille Adamer | FH Kempten
Weitere Informationen:
http://www.fh-kempten.de
http://www.bergmoench.com

Weitere Berichte zu: Bergmönch Bergwandern Downhill-Bike Maschinenbau Mountainbiken Rucksack

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise