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Neuartiger Angelhaken soll Schildkröten retten

05.09.2008
Bis zu 95 Prozent weniger Beifang prognostiziert

Ein neuer Rundhaken soll den qualvollen Tod von Meeresschildkröten in der Fischerei verhindern. Nach vierjähriger Testphase mit über 1.300 Fischern im Pazifik hat der WWF jetzt seinen sogenannten Circle-Hook vorgestellt. Während des Tests wurden die klassischen, J-förmigen Haken durch die Rundhaken ersetzt.

"Wir waren von vornherein von diesen neuen Haken überzeugt, aber die Ergebnisse haben uns dann doch verblüfft. Die Fischer konnten in 95 Prozent der Fälle versehentlich gefangene Schildkröten wieder befreien", erklärt WWF-Fischereiexpertin Karoline Schacht. Bei der traditionellen Fischerei von Tunfisch und Mahi Mahi im Ostpazifik werden Langleinen mit tausenden dieser J-Haken verwendet.

Immer wieder vergreifen sich Schildkröten an den Fischködern und verenden dann meist elend, weil sie mit dem Haken im Gedärm nicht mehr zum Luftholen an die Oberfläche schwimmen können. Während die J-Haken wie der Buchstabe "j" aussehen, sind die neuen runder, und die scharfe Spitze ist nach Innen gebogen. Die Haken sind so breit, dass Schildkröten sie kaum schlucken können. Der WWF geht davon aus, dass jedes Jahr schätzungsweise 250.000 vom Aussterben bedrohten Tiere an herkömmlichen Haken oder in Fischernetzen verenden.

Mit dem neuen Rundhaken könne dieser so genannte Beifang um bis zu 90 Prozent gesenkt werden. "Der Beifang ist die größte Bedrohung für das Überleben der Unechten Karettschildkröte und der Lederrücken-Schildkröte", erklären die Tierschützer. Die Zahl der Lederrückenschildkröten-Weibchen sei seit 1980 um 95 Prozent gesunken. "Im Pazifik gibt es vielleicht noch 2.500 Stück", so der WWF.

"Die Rundhaken müssen weltweit zur Pflicht werden", fordert Schacht. Denn in der industriellen Fischerei würden an bis zu 100 Kilometer langen Leinen noch immer zehntausende herkömmliche Haken eingesetzt. "Da werden die Fischtrawler zu schwimmenden Folterkammern", meint die Fischexpertin. In den USA ist der neue Rundhaken in der kommerziellen Langleinen-Fischerei bereits Pflicht. Der WWF fordert auch die europäischen Länder auf, entschiedener gegen den Beifang vorzugehen, denn auch hier ist der ungewollte Fang von Fischen und anderen Meereslebewesen ein großes Problem. Die EU-Kommission will in diesem Herbst einen Gesetzentwurf vorlegen, der die Fischer verpflichten wird, Beifänge erheblich zu reduzieren. Schätzungen zufolge werden jedes Jahr weltweit 30 Mio. Tonnen Fisch und Meerestiere unabsichtlich gefangen und anschließend weggeworfen. "Diese skandalöse Verschwendung muss aufhören", so WWF-Expertin Schacht.

Neben dem Nutzen für die Ökologie sollen die Rundhaken auch einen positiven wirtschaftlichen Eindruck hinterlassen haben. So berichtet ein Fischer, dass die Circle-Hook ihm deutlich höhere Fangquoten beschert hätten. Denn während schwere Fische die J-Haken oft verbiegen und sich dann losreißen, halten die runden Haken das Gewicht. Zudem bleiben sie oft im Mund der Fische hängen. Der Fisch stirbt nicht sofort, und bleibt so länger frisch.

Erik Staschöfsky | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://wwf.de

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