Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alarmanlage für Unterwasserschätze

31.07.2008
Akustische Signale verraten Archäologie-Diebe

Etwa eine Mio. antike Schiffswracks am Meeresgrund sind vor allem für Diebe und Räuber eine große Herausforderung.

Zum Schutz der Wracks hat nun ein türkischer Forscher ein neuartiges Warnsystem entwickelt, das illegale Schatzsucher am Plündern hindern soll, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe. Denn zumeist gehören die Wracks und die darin befindlichen Kulturgüter den Regierungen jener Länder, vor dessen Küsten die Überbleibsel liegen.

Tuncy Akal vom TÜBITAK-Marmara Research Center in Kocaeli hat gemeinsam mit seinem Team ein Warnsystem entwickelt, das illegale Eindringlinge anhand ihrer akustischen Signale erkennt. Das Meer ist - anders als vielleicht angenommen - auch unter der Wasseroberfläche keinesfalls leise. Neben Geräuschen, die durch Wind und Wellen oder auch Lebewesen verursacht werden, gibt es jede Menge Lärmquellen, die vom Menschen stammen - wie etwa der gesamte Schiffsverkehr. Akal glaubt, dass man aus der gesamten Geräuschkulisse jene von typischen Wrackräubern ziemlich genau identifizieren kann. Dazu setzt der Experte auf Vektor-Sensoren, die die Herkunft der Schallwellen aufnehmen und spezifische Sequenzen identifizieren können.

In den allermeisten Fällen suchen sich Plünderer Wracks in relativ entlegenen Regionen aus, die sie mit Schnellbooten aufsuchen. Der Klang der Schiffsschraube solcher Boote verursacht ein ganz spezielles akustisches Signal, das bereits verrät, dass jemand in das Territorium eingedrungen ist. Um einen Fehlalarm zu verhindern, überwacht das System genau, ob der Motor in der Nähe des Wracks abgeschaltet wird oder nicht. Beim nächsten Schritt achtet das System darauf, ob die Eindringlinge mit Tauchgeräten zum Meeresboden unterwegs sind. Auch die Sauerstoffblasen, die beim Ausatmen unter Wasser entstehen, verursachen Geräusche, die von einer schwimmenden Boje aus über Funk an eine Landstation gesendet werden.

Akal meint, dass das System zwar nicht zu 100 Prozent ausgefeilt sei, da Räuber auch mit Ruderbooten zu den Wrackstellen gelangen könnten. "Das ist allerdings eher auszuschließen, denn dafür braucht man doch sehr viel Equipment", so der Forscher. Auch Tauchsysteme, die die ausgeatmete Luft nicht ins Wasser abgeben und dadurch leiser sind, stellen eine Herausforderung für das Warnsystem dar. Akal und sein Team wollen einen Prototyp des Systems in der Nähe von Bodrum beim Wrack eines bereits gefährdeten römischen Schiffes testen.

"2001 wurde seitens der UNESCO die Konvention zum Schutz von Unterwasser-Kulturgütern ins Leben gerufen", so Dina Yanni, Kulturreferentin der UNESCO-Österreich http://www.unesco.at im pressetext-Interview. "Zum Inkrafttreten sind 20 Ratifizierungen erforderlich. Bisher haben allerdings erst 17 Staaten diese Konvention ratifiziert", erklärt die Referentin. Konkret gehe es in der Konvention um den Schutz von archäologischem Kulturgut und rechtlichen Fragestellungen, wie etwa dem Seerecht.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mam.gov.tr/eng

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht RECUPERA-Reha: Tragbares Exoskelett hilft Schlaganfallpatienten sich wieder zu bewegen
12.02.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Eine Skijacke, die Schweiss aktiv «entsorgt»
30.01.2018 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Geheimtinte: Von antiken Rezepturen bis zu High-Tech-Varianten

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neuer Sensor zur Messung der Luftströmung in Kühllagern von Obst und Gemüse

22.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Neues Prinzip der Proteinbindung entdeckt

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics