Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

WLAN macht Wände durchsichtig

06.08.2012
Radiowellen zeigen bewegte Objekte hinter Mauern

Ingenieure des University College in London haben einen Weg gefunden, die Strahlung von WLAN-Routern zu nutzen, um durch Wände zu sehen, wie extremetech.com berichtet.


Router: ermöglicht Durchblick (Foto: pixelio.de, Lorenz Rings)

Mit einem passiven Radargerät, das über zwei Antennen verfügt, wird die Strahlung von WLAN-Netzen aufgefangen. Eine Antenne empfängt das normale Router-Signal, die zweite empfängt von bewegten Objekten veränderte Frequenzen.

Ein Computer errechnet dann Position, Richtung und Geschwindigkeit von Objekten oder Personen. Da die Technologie auf dem Doppler-Effekt basiert, sind nur bewegliche Objekte erfassbar. Die Forscher hoffen aber, in Zukunft selbst die Bewegungen eines Brustkorbs beim Atmen erfassen zu können.

"Passives oder parasitisches Radar sendet im Gegensatz zur aktiven Variante selbst keine Signale aus, sondern nutzt vorhandene Strahlungsquellen. Da es keinen Sender gibt, ist es schwierig zu stören, was für Militärs interessant ist. Theoretisch kann jede Art elektromagnetischer Strahlung für ein passives Radarsystem genutzt werden. Je höher die Frequenz, desto besser wird die Auflösung", sagt Helmut Schreiber von der TU Graz http://tugraz.at gegenüber pressetext.

So groß wie ein Koffer

WLAN-Router bestrahlen ihre Umgebung ständig mit Radiowellen mit den Frequenzen 2,4 und fünf Gigahertz. Treffen diese Strahlen auf ein bewegtes Objekt, ändert sich ihre Frequenz. Dieses Doppler-Effekt genannte Phänomen nutzen die britischen Wissenschaftler. Durch genaues Aufzeichnen der Radiowellen mit zwei verschiedenen Antennen können sie sich durch Wände hindurch ein Bild von den Bewegungen im Inneren eines Raumes machen, in dem es einen WLAN-Router gibt. Das dafür nötige Gerät ist lediglich so groß wie ein Aktenkoffer.

In Testläufen ist es bereits gelungen, sich bewegende Menschen und Objekte durch eine massive, 30 Zentimeter dicke Ziegelwand zu beobachten. Das britische Verteidigungsministerium hat bereits Interesse an der Technologie bekundet, da militärische Anwendungen auf der Hand liegen. Zivile Anwendungsmöglichkeiten umfassen die Überwachung von schutzbedürftigen Personen wie Kindern oder älteren Menschen. In Zukunft soll die Technologie weiter verfeinert werden.

Markus Keßler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ucl.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht
18.01.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise