Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler erhalten Zugang zu europäischem Supercomputer

03.08.2010
Wissenschaftler von zehn Forschungsprojekten erhielten kostbare Rechenzeit auf JUGENE, einem der leistungsstärksten Supercomputer der Welt. Diese Projekte aus so unterschiedlichen Bereichen wie etwa Astrophysik, Geowissenschaften, Ingenieurwesen und Physik erhielten diese Rechenzeit an JUGENE dank des Projekts PRACE ("Partnership for Advanced Computing in Europe").

In verschiedenen Disziplinen benötigen Wissenschaftler Zugang zu Supercomputern, um einige der drängendsten Probleme unserer heutigen Gesellschaft zu lösen. Durch den Aufbau einer HPC-Forschungsinfrastruktur (High Performance Computing = Hochleistungsrechnen) in Europa geht PRACE diese Herausforderung direkt an.

Die Arbeit des Projekts wird unter der Haushaltslinie "Forschungsinfrastrukturen" des Sechsten und Siebten Rahmenprogramms (RP6 und RP7) gefördert, außerdem wurde es vom Europäischen Strategieforum für Forschungsinfrastrukturen ESFRI als eine vorrangige Infrastruktur für Europa identifiziert.

JUGENE, betrieben vom Forschungszentrum Jülich in Deutschland, ist der erste Supercomputer in dem Netzwerk und gilt als Europas schnellster Computer, der der öffentlichen Forschung zur Verfügung steht. Der Wettbewerb um Rechenzeiten an dieser Weltklasse-Anlage ist hart; Im Rahmen dieser ersten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen gingen 68 Anträge für insgesamt 1.870 Millionen Stunden Rechenzeit bei PRACE ein. Die 10 ausgewählten Projekte, die von Wissenschaftlern in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Portugal und dem Vereinigten Königreich geleitet werden, erhalten zusammen über 320 Millionen Core-Stunden.

Die erfolgreichen Projekte wurden auf der Grundlage wissenschaftlicher und technischer Exzellenz, der klaren Notwendigkeit für den Zugang zu einem Supercomputer und der Tatsache, dass sie innerhalb ihrer vorgegebenen Zeit wichtige Forschungsergebnisse erreichen können, ausgewählt.

Jochen Blumberger vom University College London (UCL) im Vereinigten Königreich erhielt 24,6 Mio. Core-Stunden für Untersuchungen zum Elektronentransport in organischen Solarzellen. Organische Solarzellen sind eine vielversprechende Alternative zu Silizium-basierten Solarzellen. Sie sind nicht nur billig und einfach herzustellen, sondern auch leicht und flexibel, d.h. sie können problemlos in Fenster, Wände und Dächer eingebaut werden. Der Nachteil: ein niedriger Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie. Ein Grund für ihre geringe Effizienz steht mit den photogenerierten Elektronen in Zusammenhang. Dr. Blumbergers Arbeiten am JUGENE werden unser Verständnis der Prozesse in organischen Solarzellen erweitern.

Ein weiteres Projekt im Energiebereich wird von Frank Jenko vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Deutschland geleitet. Sein Projekt, dessen 50 Millionen Core-Stunden der Plasmaturbulenz gewidmet werden, stellt einen Beitrag zum internationalen ITER-Projekt im Bereich der Fusionsenergie dar.

Ein anderer UCL-Forscher, Peter Coveney, wird mit seinen 17 Millionen Core-Stunde turbulente Flüssigkeiten studieren. Die Vorhersage der Eigenschaften von turbulenten Flüssigkeiten ist eine große Herausforderung und Professor Coveneys Arbeit könnte Implikationen für unser Verständnis von Wettervorhersagen, des Transports und der Ausbreitung von Schadstoffen, des Gasflusses in Motoren und der Durchblutung haben.

Zoltán Fodor von der Bergischen Universität Wuppertal in Deutschland erhält dagegen 63 Millionen Core-Stunden für eine Zeitreise zurück an den Anfang des Universums, in eine Zeit, als unendlich kleine Partikel wie Quarks und Gluonen sich zu Protonen und Neutronen zusammentaten, die ihrerseits gemeinsam die Atomkerne bildeten. Dr. Fodor und sein Team wollen die Eigenschaften von stark wechselwirkender Materie unter "extremen Bedingungen" analysieren.

Die 35 Millionen Core-Stunden des Projekts, das von Harmen Jonker von der Universität Delft in den Niederlanden eingereicht wurde, sind für die Untersuchung atmosphärischer Grenzschichten gedacht, die sich als Folge von Lufterwärmung während des Tages und von Windscherung verändern. Das Wissen über sie ist für die Erstellung genauer Modelle zu Wetter, Klima und Luftqualität von entscheidender Bedeutung.

Die anderen Projekte, die nach dieser Antragsrunde JUGENE-Rechenzeit erhalten haben, befassen sich mit molekularer Dynamik, magnetischer Rekonnexion, der Verformung von Metallen, Supernovae und Quarks.

Weitere Informationen:

PRACE: http://www.prace-project.eu/
JUGENE: http://www.fz-juelich.de/jsc/jugene
ESFRI: http://ec.europa.eu/research/esfri/

| CORDIS
Weitere Informationen:
http://www.kooperation-international.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE