Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweites Netz für mehr Qualität

05.10.2009
Anhaltender Fachkräftemangel und wachsender Wettbewerbsdruck zwingen zunehmend auch mittelständische Unternehmen in Baden-Württemberg dazu, die Softwareentwicklung teilweise ins Ausland zu verlagern - und dabei häufig Qualitätsmängel in Kauf nehmen zu müssen.

Dieses Defizit wollen in dem Projekt GlobaliSE Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des KIT, des Forschungszentrums Informatik und der Universität Mannheim beseitigen. Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt mit 1,4 Millionen Euro.

Häufigster Grund für ein Outsourcing bei der Softwareentwicklung ist ein Mangel an Fachkräften vor Ort. Das Ergebnis ist oft alles andere als zufriedenstellend, erklärt Professor Ralf Reussner, der Koordinator des Projekts: "Wenn Firmen keine räumliche Nähe zu ihren Entwicklern haben, werden oft die Anforderungen an die zu entwickelnde Software nicht erfüllt".

Viele Outsourcing-Projekte scheitern an überhöhten Kosten aufgrund ungeeigneter Methoden für die verteilte Softwareentwicklung. Insbesondere mittelständischen Unternehmen sei häufig nicht klar, so Reussner, wie sie systematisch die Qualität der Ergebnisse ausgelagerter Entwicklungsaufgaben prüfen können. Großunternehmen dagegen "können aufgrund ihrer größeren finanziellen Möglichkeiten Erfahrungen sammeln - und das ist notwendig".

Um diesem klaren Wettbewerbsnachteil für Mittelständler beim Thema Outsorcing zu begegnen, brauche es intelligentere Formen der verteilten Softwareentwicklung. Dafür müssten Projekte der Softwareentwicklung sinnvoll aufgegliedert werden, um schützenswerte Aktivitäten, die zum Beispiel einen engen Kundenkontakt erfordern, im Land halten und nicht-komplexe Standardaufgaben ins Ausland verlagern zu können.

Auf diese Weise, erläutert Reussner, "sollen deutsche Arbeitsplätze und Know-how gesichert und gleichzeitig Synergieeffekte durch eine intelligente Auslagerung von spezifischen Aktivitäten in andere Länder genutzt werden." Daneben sei es wichtig, dass die Unternehmen die Software auch unabhängig vom auswärtigen Entwickler weiterentwickeln können. Daran arbeiten im Projekt GlobaliSE Wirtschaftswissenschaftler und Informatiker um die Professoren Reussner und Andreas Oberweis vom KIT sowie den Projektleiter Ralf Trunko vom Forschungszentrum Informatik. So untersuchen sie einen integrierten Lebenszyklus für Geschäftsprozesse und Unternehmenssoftware: Im Laufe eines Geschäftsprozesses ergeben sich häufig neue Anforderungen an die Software, die ihn unterstützen soll - sie effizienter aus den Veränderungen der Prozesse ableiten zu können, ist das Ziel der Wissenschaftler. Zugleich wollen sie den Prozess an die technische Entwicklung anpassen und zum Beispiel Medienbrüche beseitigen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von GlobaliSE, so Reussner, seien verteilte Verfahren der Qualitätssicherung. Sie sollen es ermöglichen herauszufinden, an welchen Komponenten es liegt, wenn eine Software nicht funktioniert, und die Verantwortlichkeiten zu klären. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler streben eine Zertfizierung an, wie es sie etwa in der Ausbildung schon gibt: "Es fehlt ein Software-TÜV. Produkte werden oft nicht überprüft gemäß der Standards, die für andere Ingenieurdisziplinen längst üblich sind", sagt Reussner.

Mehrere mittelständische Unternehmen aus Baden-Württemberg begleiten das Projekt, das Teil des Forschungsverbunds Unternehmenssoftware des Landes ist. Damit will das Land die Praxisrelevanz der Forschungsergebnisse gewährleisten. Ein Programmbeirat, der sich aus Wissenschaftlern und Industrievertretern zusammensetzt, begleitet das Projekt wissenschaftlich. Jährliche öffentliche Statuskolloquien sollen als Plattformen für Technologie- und Wissenstransfer in die Wirtschaft dienen.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg, die sowohl Aufgaben einer Universität (der früheren Universität Karlsruhe - TH) als auch einer Forschungseinrichtung in der Helmholtz-Gemeinschaft (dem früheren Forschungszentrum Karlsruhe) wahrnimmt. Das KIT ist eine Einrichtung international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften mit 8000 Beschäftigten und 18500 Studierenden. Es verfügt über ein jährliches Budget von 700 Millionen Euro. Das KIT baut auf das Wissensdreieck Forschung - Lehre - Innovation.

Weiterer Kontakt:
Klaus Rümmele
Stabsabteilung Presse,
Kommunikation und Marketing
(PKM)
Tel.: +49 721 608 8153
Fax: +49 721 608 5681
E-Mail: klaus.ruemmele@kit.edu

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten