Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit Gletscher mit neuer App beobachten

30.11.2015

Wie sich Gletscher weltweit entwickeln, zeigt die neue «wgms Glacier App» des World Glacier Monitoring Service. Benutzerinnen und Benutzer erfahren, welche Gletscher sich in ihrer Nähe befinden und erhalten weitere Daten zu Grösse, Höhenerstreckung und Eisverlust. Glaziologen der Universität Zürich haben die neue App entwickelt, und lancieren sie gemeinsam mit der UNESCO zum Start der Pariser UN-Klimakonferenz. Die App ist gratis und für Apple- sowie Android-Geräte erhältlich.

Über 3‘700 Gletscher sind in der neuen «wgms Glacier App» wissenschaftlich beschrieben und bebildert. Die App des World Glacier Monitoring Service mit Sitz an der Universität Zürich stellt gesammelte Daten von weltweit beobachteten Gletschern öffentlich zur Verfügung.


Die «wgms Glacier App» liefert Daten zu Grösse, Höhenerstreckung und Eisverlust von Gletschern.

World Glacier Monitoring Service


Ein Kompass zeigt von der aktuellen Position des Benutzers auf die nächstgelegenen dokumentierten Gletscher.

World Glacier Monitoring Service

Sie zeigt, wie viele Gletscher noch vorstossen oder wie gut entwickelt die Gletscherbeobachtung im eigenen Land ist. Die «wgms Glacier App» basiert auf einer umfassenden Forschungsdatenbank und soll Entscheidungsträger auf staatlicher und zwischenstaatlicher Ebene fundierte Fakten und Zahlen liefern.

Glaziologen der Universität Zürich lancieren die neue App gemeinsam mit der UNESCO an der UN-Klimakonferenz in Paris. «Wir wollen das Bewusstsein der Delegationen dafür wecken, dass die Klimaveränderung bereits heute passiert», sagt Michael Zemp, Direktor des World Glacier Monitoring Service und Glaziologe der Universität Zürich.


Sichtbarkeit von Gletscherforschern erhöhen

Die «wgms Glacier App» zeigt auf einer Satellitenkarte alle Gletscher, die weltweit beobachtet werden. Die Gletscher sind bebildert und umfassend beschrieben – etwa mit Informationen über Fläche und Höhenerstreckung. Die Benutzer können alle Gletscher nach Namen, Land, Region und Messart filtern. Sie erfahren auch, ob ein Gletscher im letzten Jahrzehnt an Eis zu- oder abgenommen hat. Ein Kompass zeigt von der aktuellen Position des Benutzers auf die nächstgelegenen dokumentierten Gletscher.

Mit dem Spiel «Glacier Top Trumps» kann man die best-überwachten Gletscher der Welt vergleichen und sich mit dem Computer messen. Ausserdem veranschaulichen Grafiken mit Beobachtungsdaten die Entwicklung der Gletscher. Dabei werden auch die Wissenschaftler namentlich erwähnt und die Messarten detailliert beschrieben. «Wir möchten die Sichtbarkeit von Hunderten von Gletscherbeobachtern auf der ganzen Welt steigern. Denn sie dokumentieren, welche Auswirkungen die Klimaveränderung auf die Gletscher haben», sagt Nico Mölg, wissenschaftlicher Projektleiter des World Glacier Monitoring Service.


In vier Sprachen erhältlich

Die «wgms Glacier App» ist auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Russisch für Apple- und Android-Geräte erhältlich. Sie wurde gemeinsam vom World Glacier Monitoring Service und dem für die technische Umsetzung verantwortlichen Unternehmen Ubique entwickelt. «Die Fülle an Gletscherdaten wird durch die unterschiedlichen Zugänge mittels Karte, Textsuche, Kompass und Gletscher-Game optimal für jede Zielgruppe dargestellt. Hierbei haben wir die Mittel der modernen Smartphones genutzt um eine sehr gute Nutzerfreundlichkeit bei der Darstellung der wissenschaftlichen Daten zu erlangen», sagt Mathias Wellig, Geschäftsführer von Ubique.


wgms Glacier App

Die «wgms Glacier App» wurde gemeinsam vom World Glacier Monitoring Service und dem Schweizer Unternehmen Ubique im Rahmen des internationalen Projekts CATCOS Phase 2 (Capacity Building and Twinning for Climate Observing Systems) entwickelt. CATCOS Phase 2 wird von der Schweizer Agentur für Entwicklung und Zusammenarbeit finanziert und vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz koordiniert.


World Glacier Monitoring Service

Der World Glacier Monitoring Service erfasst seit über 120 Jahren weltweite Daten zu Gletscherveränderungen. Zusammen mit seinen Korrespondenten in über 35 Ländern sammelt und verteilt der internationale Dienst Gletscherbeobachtungen zur Unterstützung des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaveränderungen (UNFCCC). Der World Glacier Monitoring Service hat seinen Sitz am Geografischen Institut der Universität Zürich. Er wird mitfinanziert vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz im Rahmen von GCOS Schweiz und arbeitet unter dem Patronat von ICSU (WDS), IUGG (IACS), UNEP, UNESCO und WMO.

www.wgms.ch


Kontakt:

Dr. Michael Zemp

World Glacier Monitoring Service

Geografisches Institut

Universität Zürich

Tel. +41 44 635 51 39

E-Mail: wgms@geo.uzh.ch


Nico Mölg

World Glacier Monitoring Service

Geografisches Institut

Universität Zürich

Tel. +41 44 635 52 62

E-Mail: nico.moelg@geo.uzh.ch

Weitere Informationen:

http://www.mediadesk.uzh.ch/articles/2015/weltweit-gletscher-mit-neuer-app-beoba...

Nathalie Huber | Universität Zürich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Datenschutzwächter sichert Smart Homes
20.04.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten