Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welche Plagiatserkennungssoftware schafft es am besten, Zitierkartelle zu finden?

07.11.2012
Seit 2004 unterzieht sie die einschlägige Plagiatserkennungssoftware regelmäßig kritischen Untersuchungen: Prof. Dr. Debora Weber-Wulff, ausgewiesene Plagiatsforscherin an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Soeben hat sie ihre jüngste Testreihe abgeschlossen. Die Ergebnisse stellt die Wissenschaftlerin jetzt bei einer Online-Pressekonferenz vor.

Das besondere Augenmerk der fünften Testreihe von Prof. Dr. Debora Weber-Wulff lag auf dem Finden von sogenannten Zitierkartellen, von Experten auch Kollusion genannt. Von Kollusion ist dann die Rede, wenn zwei oder mehrere Autor(inn)en den gleichen Text oder leicht veränderte Versionen des gleichen Textes einreichen bzw. veröffentlichen.

Kollusion kann sowohl bei Aufsätzen in „natürlicher“ Sprache vorkommen als auch in einem Programmcode, der für Programmieraufgaben eingereicht wird.

Auf den Prüfstand der fünften Testreihe kamen insgesamt 18 von 33 auf dem Markt verfügbaren Produkten. Dabei wurde festgestellt, dass bei Textvergleichen vier Systeme nützlich sind, nämlich Turnitin, Ephorus, SPLaT und JPlag. Vier weitere Systeme sind hier teilweise nützlich: SIM_TEXT, BeyondCompare, WCopyFind, Eclipse Compare.

Wenn es darum geht, gleiche Programmieraufgaben aufzuspüren, sind JPlag, MOSS, SIM_TEXT und SPLaT immerhin teilweise nützlich. Fazit Prof. Dr. Weber-Wulff: Für das Aufspüren von Zitierkartellen gibt es hilfreiche Software; es gibt allerdings kein System, das sowohl für Texte als auch für Programmieraufgaben tauglich ist. Sobald die Texte editiert sind, gibt es keine Hoffnung mehr, die Schummler zu entlarven.

Das Resümee der HTW-Plagiatsforscherin: „Softwaresysteme sind teilweise nützliche Werkzeuge, um Plagiate aufzuspüren, aber sie sind kein Allheilmittel.“ Prof. Dr. Weber-Wulff empfiehlt auch nach der fünften Testreihe, Plagiatserken-nungssysteme nur bei konkretem Verdacht zu verwenden.

Parallel dazu sollte der Focus an Hochschulen und Schulen stärker auf der Aufklärung liegen: Was ist ein Plagiat, warum darf nicht plagiiert werden und wie arbeitet man richtig? Dies sei sinnvoller als zuviel Zeit in die Durchsuchung von eingereichten Arbeiten bzw. in die Vermeidung von Fehlalarmen zu investieren.

Online-Pressekonferenz
„Zitierkartelle“ mit Plagiatserkennungssoftware finden
Freitag, 9. November 2012, 10.00 Uhr
https://webconf.vc.dfn.de/plagiat12/
Technische Voraussetzung: Standard-Browser mit Flash
Technische Rückfragen ab 9.30 Uhr möglich: Tel. 030/859 1546

Gisela Hüttinger | idw
Weitere Informationen:
http://webconf.vc.dfn.de/plagiat12/
http://www.htw-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze
25.05.2018 | Universität Ulm

nachricht Diagnose per Computer: Gefährliche Krankheitserreger mithilfe maschinellen Lernens erkennen
23.05.2018 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics