Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warnsystem sucht Internet-Störungen

27.11.2008
P2P-Verkehr zeigt Netzwerkprobleme auf

Die Computerwissenschaftler des AquaLab an der Northwestern University haben ein neuartiges System entwickelt, um Netzwerkproblemen im Internet auf die Spur zu kommen.

Die Idee hinter dem "Network Early Warning System" (NEWS) ist, die allgegenwärtigen Datenströme von P2P-Anwendungen zu nutzen, um Störungen in Echtzeit aufzuspüren. Hintergrund der Entwicklung ist, dass Netzwerkanomalien mit dem Wachstum des Internets zwar ebenfalls häufiger auftreten, aber kaum nachzuweisen sind. Dabei sind daraus resultierende schlechte Verbindungen für User lästig und auch kostspielig für Unternehmen und Netzwerkbetreiber.

Dem Internet fehlt ein umfassendes Monitoring-System, um Netzwerkanomalien aufzuspüren. Hier setzen die Wissenschaftler an, indem sie den P2P-Datenverkehr als Überwachungssystem nutzen wollen. Indem die Mio. von P2P-Usern weltweit Informationen über ihre Verbindungsqualität bereitstellen, könnten Probleme sehr effizient und genau lokalisiert werden. Mit NEWS haben die Forscher ein entsprechendes System geschaffen, das zunächst als Plug-in für den BitTorrent-Client Azureus umgesetzt wurde. "Das ist eine Art Crowd-Sourcing fürs Netzwerk-Monitoring", meint AquaLab-Leiter Fabián Bustamente. Bereits über 13.000 Nutzer haben das Plug-in heruntergeladen.

Dadurch, dass Informationen über den Netzwerkzustand aus realen Traffic-Daten gewonnen werden, legt NEWS den Forschern zufolge seinen Fokus auf Probleme, die wirklich Endanwender betreffen. Zusätzlicher Datenverkehr für die Netzwerk-Vermessung sei nicht erforderlich. Durch die Berücksichtigung des normalen Verhaltens von Anwendungen sollen Fehlalarme vermieden werden. Das Werkzeug verspricht Nutzern die Möglichkeit, die Qualität ihres ISPs zu prüfen. Für Provider wiederum soll das Aufspüren von Netzwerkproblemen einen Mehrwert bieten. "Es gibt sehr ausgefeilte Methoden für ISPs, die Qualität ihrer Netzwerke zu überwachen", meint Kalman Graffi vom Multimedia Communications Lab (KOM) der Technischen Universität Darmstadt gegenüber pressetext. Er ist daher skeptisch, ob NEWS wirklich attraktiv für Provider ist. "Es könnte Effekte geben, die das BitTorrent-Protokoll stören, andere Verbindungen aber nicht beeinträchtigen", sieht der Informatiker ein mögliches Problem.

Insgesamt sei die Idee hinter NEWS aber durchaus interessant. "Das Monitoring von P2P-Systemen ist sehr relevant, um diese Anwendungen zu verbessern", betont Graffi. Erst ein Erfassen von P2P-Systemen erlaube eine globale Sicht darauf, ob das Netzwerk auch so funktioniert wie vorgesehen. "Gerade für kommerzielle Anbieter von legalen P2P-Anwendungen ist das sehr wichtig", meint der Wissenschaftler gegenüber pressetext. Die Forscher am KOM haben daher selbst ein Verfahren entwickelt, das zum Monitoring strukturierte P2P-Systeme dient. Der "SkyEye.KOM" genannte Ansatz wird auf der 14th IEEE International Conference on Parallel and Distributed Systems (ICPADS'08) http://www.deakin.edu.au/conferences/icpads2008 vom 8. bis 10. Dezember in Melbourne präsentiert.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://aqualab.cs.northwestern.edu
http://azureus.sourceforge.net
http://www.kom.tu-darmstadt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Störungsfreie Kommunikation für die Fabriken von morgen
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie