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Von Big Data zu Smart Data: Neue Geschäftsmodelle für Services finden

12.05.2015

Siemens will den Datenschatz, den die eigenen Produkte und Lösungen tagtäglich erzeugen, stärker in Kundennutzen verwandeln. Experten der globalen Forschung Corporate Technology haben daher eine Methode entwickelt, die neue Geschäfte durch intelligente Datenanalytik erschließt.

Daten werden oft als das Öl des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Auch Siemens setzt auf Digitalisierung: Smart Data, also die Kombination von intelligenter Datenanalytik mit dem technologischen Wissen über Siemens-Produkte und -Lösungen, die diese Daten erzeugen und das Domänenwissen in welchen das Produkt oder die Lösung eingesetzt wird.


Intelligente Datenanalytik: Wenn technologisch klar ist, wie der Betrieb einer Anlage, eines Windpark oder einer Gasturbine optimiert werden kann, stellt sich die nicht weniger komplexe Frage, wie aus diesen Erkenntnissen ein ertragreiches Geschäftsmodell wird, so dass Siemens neuen oder bestehenden Kunden einen Service anbieten kann.

Dies wird kombiniert mit einer passenden Geschäfts-logik, also dem Geschäftsmodell. So sind etwa neue Dienstleistungen wie vorausschauende Wartung bei bestimmten Produkten möglich. Beispiel CERN, die Europäische Organisation für Kernforschung. Hier ermöglichen Smart-Data-Technologien von Siemens einen effizienteren Betrieb der Experimente im Teilchenbeschleuniger LHC.

Dort sind rund 600 Simatic-Steuerungen installiert, die mit weiteren Anlagenkomponenten jeden Tag mehr als hundert Terabyte Daten erzeugen. Eine Siemens-Software erkennt daraus Muster, in denen bestimmte Meldungen auftreten und entdeckt Zusammenhänge zwischen den Ereignissen. Sie lernt, welche Ereignisse zu Störungen führen und kann diese vorhersagen.

Die Betreiber können schneller die richtige Entscheidung treffen. Früher dauerte es manchmal zwei Wochen, um den Ursprung eines bestimmten Alarms im System zu finden. Nun wissen die CERN-Techniker nach einer halben Stunde Bescheid.

Geschäftsmodelle werden aus Serviceleistungen entwickelt

Wenn technologisch klar ist, wie der Betrieb einer Anlage oder eines Zuges, eines Windparks oder einer Gasturbine optimiert werden kann, stellt sich die nicht weniger komplexe Frage, wie aus diesen Erkenntnissen ein ertragreiches Geschäftsmodell wird, so dass Siemens neuen oder bestehenden Kunden einen Service anbieten kann.

Die CT-Forscher helfen, diese Frage zu beantworten. Dabei wenden sie eine veränderte Denklogik an: Den Kunden wird nicht nur eine Turbine und deren Wartung angeboten, sondern zum Beispiel Energieeffizienz oder Flexibilität beim Betrieb. Die Methodik setzt darauf, die Probleme bei einem Kunden zu lösen und auch zu ermitteln, welchen genauen Wert ein Service besitzt um daraus eine komplette Geschäftslogik zu entwickeln. Durch diese Methode lassen sich existierende Geschäftsmodelle verbessern und neue designen.

Aus 200 Ideen enstehen 12 Geschäftsmodelle

So generierten die Experten für den Service der Division Power and Gas rund 200 Ideen. Zwölf besonders viel versprechende wurden schließlich konkretisiert und als Geschäftsmodell ausgearbeitet. Mit der Methodik lässt sich frühzeitig zusammen mit dem Kunden herausfinden, welcher Service funktioniert. So werden auch neue Kundengruppen erschlossen. Beispielsweise wird nun ein neues Servicemodell erprobt, bei dem der Service und die Bezahlung auf dem möglichst flexiblen Einsatz und der Effizienz der Turbine beruht. Über den Zeitpunkt einer Wartung entscheidet Siemens gemeinsam mit dem Kunden.

www.siemens.com

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens - Pictures of the Future

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