Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Voice-Control-API (VCA)

06.07.2009
Das Fraunhofer IPA hat mit Förderung des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg und mit Unterstützung von Partnerfirmen eine "Voice-Control-API" (VCA) zur Integration der Sprachverarbeitung im industriellen Umfeld entwickelt und im Rahmen eines internen Programms bis zur Marktreife weiterentwickelt.

Die Möglichkeit, Computersysteme mittels Sprache zu steuern, hat Science-Fiction-Autoren schon seit vielen Jahren beschäftigt. Die Fortschritte der Spracherkennung und Sprachverarbeitung lassen in jüngster Zeit diese Träume zunehmend realer werden.

Moderne Sprachverarbeitungssysteme müssen nicht mehr - wie früher üblich - langwierig trainiert werden. Heutzutage können sie sprecherunabhängig beachtliche Wortschätze unterscheiden und selbst Dialektfärbungen spielen dabei kaum mehr eine Rolle.

Diese leistungsfähigen Sprachverarbeitungssysteme erobern momentan viele Bereiche mit direktem Endkundenkontakt. Im industriellen Sektor führen sie jedoch bislang noch ein Mauerblümchendasein. Dabei sind gerade in diesem Bereich die typischen Vorteile einer Sprachsteuerung wie z. B. die Konzentration auf die Tätigkeit bei gleichzeitiger Einsetzbarkeit beider Hände ("hands free") sowie die räumliche Flexibilität durch moderne Kommunikationsmittel offensichtlich.

Das Fraunhofer IPA hat mit Förderung des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg sowie mit Unterstützung von Partnerfirmen eine "Voice-Control-API" (VCA) zur Integration der Sprachverarbeitung im industriellen Umfeld entwickelt und im Rahmen eines internen Programms bis zur Marktreife weiterentwickelt. Die VCA setzt sich in Form eines Vermittlers zwischen ein Sprachverarbeitungssystem und eine beliebige industrielle Applikation.

Dabei weist sie Standardschnittstellen nach beiden Seiten auf: SOAP ("Simple Object Access Protocol") zur Applikation und VoiceXML zum Sprachverarbeitungssystem. Als Transportmedium werden die Standardprotokolle des World Wide Web (WWW) verwendet.

Durch dieses plattformunabhängige Konzept und durch den leicht verständlichen Aufbau der VCA-Funktionen kann praktisch jede industrielle Applikation in kurzer Zeit "sprachfähig" gemacht werden. Bereits realisierte Anwendungen von Industriepartnern belegen dies eindrücklich. So wurde zum Beispiel bei einer Anwendung der Firma solvtec GmbH eine Störungsmeldungen "sprachfähig" gemacht, bei der jederzeit und ortsungebunden mit Hilfe eines Mobiltelefons eine Störmeldung angelegt bzw. deren Bearbeitungsstatus abgerufen werden kann. Eine weitere realisierte Anwendung der Firma Dr. Eilebrecht SSE unterstützt die Materialanalyse an Messmikroskopen im Prüflabor eines Edelstahlherstellers. Hierbei konnten neben einer deutlichen Reduzierung der Prüfzeiten auch noch die Fehlerhäufigkeiten im Prüfprozess reduziert werden.

Der Implementierungsaufwand bis zur ersten Spracheingabe umfasste bei beiden Anwendungen nur wenige Tage. Dies konnte durch eine umfassende Kapselung der komplexen Programmierung des Spracherkennungssystems in VoiceXML erreicht werden. Eine Aufgabe die zum größten Teil vom VCA-Modul übernommen wird. Die Kommunikation zwischen dem VCA-Modul und der Anwendung erfolgt über SOAP. Durch die Verfügbarkeit zahlreicher SOAP-Werkzeuge und -Implementierungen kann das VCA-Modul mit einfachen Befehlen aus der Standardprogrammiersprache der Anwendung angesprochen werden, gleichgültig ob das C#, C++, C, Pascal oder selbst eine Skriptsprache ist. Dies erspart den Entwicklern der Anwendung die Einarbeitungszeit in eine weitere Programmiersprache.

Interessierten Unternehmen bietet das Fraunhofer IPA Unterstützung bei der Auswahl der geeigneten Sprachanwendungen, bei der Implementierung in Ihre Anwendungen sowie bei der Gestaltung der Sprachdialoge.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. Jürgen Henke
Telefon +49 711 970-1881
juergen.henke@ipa.fraunhofer.de

Hubert Grosser | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de/index.php?id=89
http://www.ipa.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie