Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Virtuelles Designlabor für barrierefreie Produkte

26.01.2010
Wissenschaftler der Universität Bremen koordinieren EU-Projekt "VICON" mit Industrie und Behindertenverbänden.

Der demografische Wandel bringt vielfältige Herausforderungen mit sich. So auch für Produzenten von Konsumgütern. Wie diese ihre Produkte an die Bedürfnisse von Menschen anpassen können, die schlecht sehen, hören oder in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, erforschen jetzt das Technologiezentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) und das Institut für Integrierte Produktentwicklung (BIK) der Universität Bremen im EU-Projekt "VICON" (Virtual User Concept for Supporting Inclusive Design of Consumer Products and User Interfaces).

Im Fokus des zweieinhalbjährigen und von der EU mit 2,4 Millionen Euro geförderten Projektes steht die Entwicklung eines Gestaltungskonzeptes, das die Bedürfnisse von Menschen mit physischen Einschränkungen beinhaltet. Als Forschungspartner ist das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) dabei. Mit im Boot sind auch der schwedische Elektronikhersteller Doro AB, der bereits altersgerechte Mobiltelefone vertreibt, sowie der europäische Marktführer für Haushaltsgeräte Arcelik A. S. mit Marken wie BEKO und Grundig. Englischer Partner ist das Royal National Institute for the Deaf (RNiD), hinzu kommt das National Council for the Blind in Ireland (NCBI), die Vereinigung für die Belange sehgeschädigter Endanwender.

"Es geht um ein virtuelles Benutzermodell, mit dessen Hilfe Produktentwickler und -designer in der Simulation am Rechner sehen, hören oder sich bewegen können wie Menschen, die in diesen Bereichen nur eingeschränkt oder gar nicht agieren können", sagt TZI-Projektkoordinator Professor Michael Lawo. Das heißt: Bislang haben Entwickler und Designer während der Gestaltung häufig nur darüber nachdenken können, wie ein Gerät barrierefrei zu gestalten ist. Mit VICON sollen sie nun die Möglichkeit erhalten, Behinderungen und altersbedingten Einschränkungen in der Simulation auch zu erleben und zu testen.

Warum nicht das Flusensieb der Waschmaschine oben am Gerät anbringen statt unten am Boden? Weshalb die Tasten der Mikrowelle nicht einfach etwas größer beschriften, vielleicht auch in kleineren Auflagen mit Blindenschrift-Zeichen versehen? Oder das Display am Blutdruckmessgerät mal etwas übersichtlicher gestalten und dazu auch noch beleuchten? Das würde vielen Menschen helfen - nicht nur denen mit Handicap.

"Mit dem virtuellen Designlabor wollen wir die Entwicklung von barrierefreien Konsumgütern und Benutzerschnittstellen wie zum Beispiel Fernbedienungen und anderen Bedienelementen unterstützen", erklärt Professor Klaus-Dieter Thoben, Leiter des BIK und Bereichsleiter am Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH (BIBA). "Langfristige Erfolge werden nur die Produkte haben können, die sich auch spezialisiert mehr an den Bedürfnissen ihrer Nutzerinnen und Nutzer orientieren."

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Technologiezentrum Informatik und Informationstechnik (TZI)
Professor Dr. Michael Lawo (TZI-Projektkoordinator)
Telefon: 0421 218-70 90, E-Mail: mlawo@tzi.de
Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH (BIBA)
Professor Dr.-Ing. Klaus-Dieter Thoben
Tel. 0421 218-55 29
E-Mail: tho@biba.uni-bremen.de
Dipl.-Ing. Pierre T. Kirisci (Projektleiter BIBA)
Telefon: 0421 218-55 82, E-Mail: kir@biba.uni-bremen.de
Ansprechpartner: Knut Köstergarten, PR-Agentur Wortpiraten
Rufnummer: 0421 380 03 53 oder 0176 28 05 92 67

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie