Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Virtuelle anatomische Landkarte erhöht Patientensicherheit bei Schädeloperationen

21.11.2008
Alireza Gharabaghi vom Uniklinikum Tübingen erhält als erster Neurochirurg von der Deutschen Gesellschaft für Schädelbasischirurgie den Hans-Joachim-Denecke Preis.

Für seine klinische Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Medizintechnologie wird der Privatdozent Dr. med. Alireza Gharabaghi von der Tübinger Universitätsklinik für Neurochirurgie am 21. November in Hannover bei der 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schädelbasischirurgie mit dem renommierten Hans-Joachim-Denecke Preis 2008 ausgezeichnet. Der gebürtige Hannoveraner ist der erste Neurochirurg, der diese Auszeichnung erhält.

Heutzutage helfen in einem modernen Operationssaal spezielle Computer und Instrumente bei der Planung operativer Zugangswege. Welchen tatsächlichen Nutzen diese zum Teil sehr kostspielige Navigationstechnologie für den Patienten hat, ist noch weitgehend ungeklärt. Vor diesem Hintergrund führte der Tübinger Oberarzt, Priv.-Doz. Dr. med. Alireza Gharabaghi und seine Arbeitsgruppe eine Studie durch, bei der eine innovative Methode zum Einsatz kam. In einer Computersimulation ist es dem Chirurgen möglich, virtuell durch den Schädelknochen seines Patienten zu sehen und den operativen Zugang zu planen, bevor er das Skalpell in die Hand nimmt. Diese individuelle anatomische Landkarte zeigt bereits im Vorfeld mögliche Hindernisse und Gefahrenquellen auf. Die Untersuchungen des in Hannover geborenenen und aufgewachsenen Neurochirurgen zeigen, dass sich dadurch die Operationszeit beschleunigt und die Komplikationsrate reduziert. Damit konnte erstmals ein signifikanter Einfluss der Navigationstechnologie auf das Operationsergebnis in der Schädelbasischirurgie gezeigt werden.

Die Ergebnisse der Studie wurden in diesem Jahr gleich in zwei aufeinander folgenden Publikationen in dem amerikanischen Fachjournal Neurosurgery veröffentlicht.

Der mit 1.500 Euro dotierte Hans-Joachim-Denecke-Preis wird jedes Jahr von der Deutschen Gesellschaft für Schädelbasischirurgie für eine hervorragende und noch nicht mit einem Preis ausgezeichnete Arbeit aus dem Gebiet der Schädelbasischirurgie verliehen. Die Tübinger Universitätsklinik für Neurochirurgie stellt durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit klinischen und technologischen Partnern ein ausgewiesenes Zentrum auf dem Gebiet der Neurotechnologie dar.

Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen
Klinik für Neurochirurgie
PD Dr. med. Alireza Gharabaghi
Hoppe-Seyler-Str. 1, 72076 Tübingen
Tel. 0 70 71 / 29-8 03 25
E-Mail: alireza.gharabaghi@uni-tuebingen.de
www.neurochirurgie-tuebingen.de
Publikationen:
Gharabaghi A et al., Image-guided lateral suboccipital approach: part 1-individualized landmarks for surgical planning. Neurosurgery. 62(3 Suppl 1):18-22, 2008

Gharabaghi A et al., Image-guided lateral suboccipital approach: part 2-impact on complication rates and operation times. Neurosurgery. 62(3 Suppl 1):24-9, 2008

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-tuebingen.de
http://www.neurochirurgie-tuebingen.de/website/index.php?article_id=80

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen