Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die vertrauensvolle Cloud

23.02.2012
Keine Woche ohne Meldungen zu Sicherheitslücken, Datenklau oder Hackerangriffen. Sowohl Unternehmen als auch Privatanwender sind zunehmend verunsichert.

Doch Vertrauen und Sicherheit im Hinblick auf Technologien wie Cloud Computing sind essentiell, wenn wir Daten und Anwendungen flexibel, kostengünstig und vor allem mobil nutzen wollen. Fraunhofer-Forscher arbeiten deshalb gleich an einer Reihe von Sicherheitslösungen, die sie vom 6. bis 10. März auf der CeBIT vorstellen (Halle 9, Stand E08).

Ein Leitstand für die Cloud

Wo sind meine Daten? Wie sicher und verfügbar sind sie? Wie steht es um die Compliance? Diese Fragen treiben jeden IT-Verantwortlichen bei der Einführung und Nutzung von Cloud Computing um. Damit Unternehmen jederzeit den Überblick über die eigenen Cloud-Anwendungen und die Datensicherheit behalten, haben Wissenschaftler der Fraunhofer-Einrichtung für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC den Cloud-Leitstand entwickelt. Er sorgt für ein umfassendes Monitoring aller genutzten Cloud-Angebote und bewertet deren Sicherheit zuverlässig.

Die Anwendung trägt die Kennzahlen zusammen, die für ein Cloud-Ökosystem zur Verfügung stehen. Sie filtert, aggregiert und interpretiert sie, um aussagekräftige Statusmeldungen über das genutzte Cloud-Gesamtsystem zu erhalten. In einem individuell angepassten Dashboard wird der Sicherheitsstatus für den Administrator oder Manager übersichtlich grafisch aufbereitet. Auf einen Blick bekommt er zum Beispiel Aussagen über die Bandbreite, mit der er die Daten aus der Cloud abruft, über den Speicherort sowie die Menge der Daten oder die Auslastung seiner erworbenen Kapazitäten.

Sicheres Cloud-Backup

Sicherheitsbedenken bestehen in vielen Unternehmen auch hinsichtlich ungewollten Datenabflusses und der Abhängigkeit vom Cloud-Anbieter. Aus diesem Grund konzipierten die Experten am Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT die Software OmniCloud. Sie macht jede Backup-Lösung Cloud-fähig und sorgt dafür, dass alle Daten verschlüsselt werden, bevor sie in die Wolke gelangen. »Dadurch sind sensible Informationen auch in der Wolke vor dem Zugriff unberechtigter Dritter geschützt«, sagt Michael Herfert, Leiter der Abteilung Cloud, Identity and Privacy am SIT. »Zugleich funktioniert OmniCloud wie ein Adapter, der zwischen verschiedenen Cloud-Anbietern vermittelt und deren unterschiedliche Programmierschnittstellen kennt.«

Die Motivation, diese Lösung zu entwickeln, gab eine aktuelle Studie des SIT zur Sicherheit von existierenden Cloud-Storage-Diensten. Sie ergab, dass kein Anbieter allen Sicherheitsanforderungen gerecht wird. So erhielten die Autoren mehrfach Zugang zu sensiblen persönlichen Informationen, die nicht für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt waren. Cyberkriminelle könnten so einige Cloud-Speicherdienste nutzen, um Daten auszuspionieren oder Schadsoftware in Umlauf zu bringen.

Mobiler Arbeitsplatz der Zukunft

Vertrauen nicht nur in die Sicherheit, sondern auch in den Umgang mit der Technologie selbst, ist ein weiterer wesentlicher Punkt. Deshalb richtet das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO mit dem »Cloud Workpad« einen mobilen IT-Arbeitsplatz ein, der demonstriert, was in der Praxis bereits heute möglich ist, wenn man sich ausschließlich auf Public Cloud-Angebote beschränkt. Er zeigt, wo die Grenzen des Praktischen und Machbaren liegen; z.B. in der Interoperabilität von Diensten oder im Bereich der Sicherheit und des Datenschutzes.

Für den mobilen IT-Arbeitsplatz müssen kaum Applikationen auf dem Endgerät installiert werden. Der Nutzer greift ausschließlich auf Software-as-a-Service-Anwendungen zu, die er über das Internet bezieht. Cloud-Interessierte sollen einerseits die Möglichkeiten und Vorteile der neuen Technologien und Nutzungsmuster kennenlernen. Andererseits dient das »Cloud Workpad« dazu, Beschränkungen im praktischen Einsatz solcher Dienste zu erforschen.und Handlungsbedarf aufzuzeigen, um diese Einschränkungen aufzuheben.

Dr. Niels Fallenbeck | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2012/februar/vertrauensvolle-cloud.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten