Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unsichere Provider - Anwender hilflos gegen Milliarden-fachen Passwort-Diebstahl

11.08.2014

Der milliardenfache Diebstahl von Benutzerkennungen im Internet hat die Öffentlichkeit aufgeschreckt und eine Diskussion über Verantwortung entfacht.

Da sich der Benutzer von einem derartigen Diebstahl nicht schützen kann, müssen hier die Betreiber von Servern und Webseiten in die Verantwortung genommen werden. Unzureichend geschützte Server und Webseiten bieten vielfältige Angriffsmöglichkeiten und Einfalltore: Hacker brauchen nur zu prüfen, ob und welche Sicherheitslücken auf den Servern und Webseiten existieren. Ausgenutzt werden für Angriffe:

• nicht-gepatchte Sicherheitslücken und
• insbesondere die noch nicht erkannten Sicherheitslücken (Zero-Day-Vulnerabilities)

Bei einem Angriff über diese Sicherheitslücken können alle bei den Providern gespeicherten Kundendaten wie Passwörter, Adressen, Kontoinformationen etc. einfach ausgelesen werden.

Ein – häufig empfohlener - Passwortwechsel ist indes so lange kontraproduktiv, wie die ausgenutzten Sicherheitslücken der Server und Webseiten nicht gepatcht sind – die Passwörter können jederzeit erneut ausgelesen werden. Bekannte Sicherheitslücken können jederzeit in Datenbanken eingesehen und die Diebstahl-Angriffe nachgestellt werden.

Um Server und Webseiten zu schützen, müssen die Sicherheitslücken nach einem Security Testing Process (mit anschließendem Patchen) geschlossen werden. Erst dann sind sie gegen Angriffe und damit auch gegen Passwort-Diebstahl geschützt.

Hartmut Pohl, Sprecher des Präsidiumsarbeitskreises Datenschutz und IT-Sicherheit der Gesellschaft für Informatik (GI): „Eine Verantwortungszuweisung allein an die Anwender ist bei allen Datendiebstählen völlig falsch. Die Betreiber von Servern und Webseiten wissen, dass sie seit Jahren viel zu wenig in Sicherheit investieren. Allerdings kann es Sicherheit nicht kostenlos geben, Hier müssen Anbieter investieren, um vertrauenswürdige Server und Webseiten anzubieten.“

Bei diesen Sicherheitsmaßnahmen gegen den aktuell diskutierten Identitätsdiebstahl und generell gegen Datendiebstahl seien also allein die Provider in der Pflicht. Hier könne der Anwender nichts beitragen, so Pohl.

Ausdrücklich weist der Arbeitskreis aber auf die vielen anderen Angriffe hin, gegen die sich der Anwender selbst schützen kann: durch Nutzung eines möglichst langen, nicht aus dem persönlichen Bereich stammenden, ‚künstlichen‘ Passworts (alphabetische Zeichen, Ziffern, Sonderzeichen), das auch angemessen häufig gewechselt wird. Darüber hinaus muss von Provider-Seite die 2-Faktor-Authentifizierung angeboten und vom Anwender genutzt werden. Stand der Technik ist die Verschlüsselung aller wichtigen Daten – auf jeden Fall der Passwörter; diese Erfordernis ist seit dem Sony Play Station Hack im April 2011 weltweit bekannt.

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist eine gemeinnützige Fachgesellschaft zur Förderung der Informatik in all ihren Aspekten und Belangen. Gegründet im Jahr 1969 ist die GI mit ihren heute rund 20.000 Mitgliedern die größte Vertretung von Informatikerinnen und Informatikern im deutschsprachigen Raum. Die Mitglieder der GI kommen aus Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung, Lehre und Forschung.

 
Cornelia Winter, 0228-302147, cornelia.winter@gi.de

Weitere Informationen:

http://www.gi.de
http://www.gi.de/themen/datenschutz.html

Cornelia Winter | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie