Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine universelle Sprache für die Augmented Reality

26.09.2012
Die klassischen online-Karten wie die von Google Maps sind nicht wirklich “intelligent”, denn sie bieten nur feststehende Bilder.

Andere Softwares wie OpenStreetMap hingegen können über einen speziellen Browser geografische Daten direkt nutzen und je nach Kontext Bilder in Echtzeit produzieren, z.B. für die Augmented Reality (“erweiterte Realität”) von Städten.

Für Orte, für die keine genauen Daten vorliegen – wie z.B. der Weg durch einen Park -, können die Nutzer via Smartphone freiwillig interessante Informationen einfügen. Diese “Bürgerinitiative” basiert auf den Werten der gegenseitigen Unterstützung und des Austauschs.

Augmented Reality ist jedoch auch ein vielversprechender Markt, auf dem große Unternehmen (Google, Sony, Olympus, General Motors, etc.) und Startups (Artefacto, Layar, metaio, Visioglobe, etc.) miteinander konkurrieren. Sollte es zu einem Krieg um Standards kommen, könnten die Benutzer die Verlierer sein.

Auf dem Markt gibt es tatsächlich bereits mehrere Entwicklungspakete zur einfachen Erstellung von Virtual Reality-Anwendungen. Das Projektteam WAM (Web Adaptation und Multimedia) des Inria (französisches Forschungsinstitut für Informatik und Automatik) in Grenoble hat ein umfassendes Open Source-Projekt gestartet. Ziel ist die Entwicklung einer universellen Sprache zur Beschreibung von Routen oder Wegen durch die Stadt und ihrer Sehenswürdigkeiten.
“Der Unterschied zu anderen Ansätzen der Augmented Reality besteht darin, dass wir die Technologien aus dem Web weit vorantreiben wollen. Wir nutzen gleichzeitig drei verschiedene Programme: OpenStreetMap für die kollaborative Kartierung, HTML5 für die Programmierung der mobilen Schnittstellen und kulturellen Inhalte und ein Programm zur Darstellung der Navigationsdaten – insbesondere Audiodaten”, so Jacques Lemordant, Forscher des WAM-Teams.

Das Team hat den mobilen Browser IXE (Interactive XML Engine) entwickelt, mit dem diese kombinierten Programme gelesen und abgespielt werden können. Sie beschreiben kulturelle Besichtigungstouren sowie Navigationsnetze für Menschen mit Seh- oder motorischen Behinderungen. Der IXE-Browser bietet vor allem eine Führungs- und Orientierungshilfe über sein 3D-Soundsystem an. Eine genaue Fußgänger-Navigation erfordert auch eine genaue Beschreibung der Bürgersteige (z.B. Beschaffenheit der Wege und der Straßenübergänge, für Rollstuhlfahrer geeignete Wege) und nicht nur der Straßen. Hierbei wird der Mehrwert der kollaborativen Kartierung wie OpenStreetMap deutlich. Eine weitere Schwierigkeit wurde ebenfalls gemeistert: die Echtzeit-Berechnung der Position des Fußgängers durch die Erfassung der Anzahl von Schritten (durch das Smartphone).

Für 2013 sind zusätzliche Funktionen für den IXE Browser geplant, beispielsweise die Hinderniserkennung oder Computer Vision.


Quelle: Pressemitteilung des INRIA – 19/09/2012 – http://www.inria.fr/actualite/le-saviez-vous/et-si-on-augmentait-la-realite-tous-ensemble

Redakteur: Charles Collet, charles.collet@diplomatie.gouv.fr – http://www.science-allemagne.fr

Charles Collet | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften

Diabetesforschung: Neuer Mechanismus zur Regulation des Insulin-Stoffwechsels gefunden

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie