Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umstieg auf das effizientere Internet mit IPv6-Standard kommt in Schwung

03.12.2009
Nun kommt auch in Deutschland der Umstieg auf das Internet der neuen Generation in Schwung: Der Vorsitzende des deutschen IPv6-Rats, Prof. Christoph Meinel, hat die Ankündigung des Internetanbieters Strato AG (Berlin) vom Donnerstag begrüßt, ab sofort den neuen Standard IPv6 in großem Rahmen einzusetzen.

"Die übrigen Internetserviceprovider werden dieses Signal unseres Ratsmitglieds sicher bald zum Anlass nehmen, ebenfalls die neuen, effizienteren Datenverkehrsregeln anzuwenden", zeigte sich der Professor für Internet-Technologien und -Systeme überzeugt. Der Wissenschaftler leitet das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut als Direktor.

Das Kürzel IPv6 steht für das vor rund zehn Jahren entwickelte Internetprotokoll der Version 6. Der Standard ist technisch ausgereift und kommt vor allem bereits in den USA und in Asien umfassend zum Einsatz. IPv6 stellt 340 Sextillionen (2 hoch 128) IP-Adressen für Netzanschlüsse und damit ein praktisch unausschöpfliches Potenzial bereit. "Der derzeit noch verwendete Standard begrenzt diese Zahl auf 2 hoch 36 und damit rund vier Milliarden Adressen. Diese werden aber spätestens 2011 alle vergeben sein", erläuterte Internetprofessor Meinel.

IPv6 ist nach seinen Worten zum Beispiel wesentliche Voraussetzung für intelligente Lösungen bei der Heimvernetzung, Gebäudesteuerung und in der Telemedizin, aber auch im so genannten Internet der Dinge. Hier gehe es etwa um die Kommunikation zwischen und mit Autos und die Nutzung von Netzwerken aus Mess-Sensoren, die mit der RFID-Technik arbeiten. Zudem ermögliche der neue Standard einfache und leistungsfähige Internettelefonie sowie interaktives internetbasiertes Fernsehen (IPTV).

"Die Wirtschaft sollte jetzt die fälligen Geschäftsmodelle präsentieren, welche den Verbrauchern die Vorteile des Internets der neuen Generation schmackhaft machen", forderte Meinel. Auf den von der Bundesregierung beschlossenen Breitbandausbau in Deutschland eingehend, sagte der Wissenschaftler, dieser sei ohne IPv6 "nicht zukunftsfähig". Deshalb müsse diese Infrastrukturmaßnahme jetzt zum Anlass genommen werden, gleichzeitig die IPv6-Technologie flächendeckend in Deutschland einzuführen.

Der Vorsitzende des deutschen IPv6-Rats rechnet damit, dass auch der Bund und die öffentliche Verwaltung in Kürze damit beginnen werden, den neuen Internet-Standard selber zu nutzen. "Mit dieser wichtigen infrastrukturellen Grundsatzentscheidung seiner Behörden setzt sich Deutschland an die Spitze der europäischen Länder, die auf IPv6 umsteigen", lobte Meinel.

Der Deutsche IPv6-Rat
Der 2007 vom Direktor des Hasso-Plattner-Instituts, Prof. Christoph Meinel, ins Leben gerufene Deutsche IPv6-Rat ist der deutsche Landesverband des internationalen IPv6-Forums, dem mehr als 50 nationale Gremien angehören. Erklärtes Ziel des Deutschen Ipv6-Rates ist es, alle nationalen Akteure aus Industrie, Forschung, Politik und Verwaltung, die mit IPv6 befasst sind, zu vereinen und die Einführung des neuen Standards voranzutreiben. Dies soll durch die Sensibilisierung von Endnutzern und Industrie für ein ausgereiftes und sicheres Internet sowie durch Verbesserungen in Technik und Vermarktung gelingen. Der Rat hat entscheidend an der Formulierung der Vorschläge der Europäischen Kommission mitgewirkt. Ihm gehören nunmehr 25 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an.

Katrin Augustin | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi.uni-potsdam.de
http://www.ipv6council.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde
26.04.2018 | Universität Paderborn

nachricht Der Mensch im Zentrum: wandlungsfähige Produktion in der Industrie 4.0
26.04.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics