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Umfeldbezogene Technologien für ältere Menschen - SMS, wenn die Herdplatte glüht

02.02.2009
Technologien und Dienstleistungen, die es älteren und pflegebedürftigen Menschen ermöglichen, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu wohnen, haben angesichts des demographischen Wandels Konjunktur.

Wer dabei allerdings nur in technologischen Kategorien denkt, wird der Problematik nicht gerecht. Im Rahmen des Projekts "Soprano", das von der Europäischen Union mit sieben Millionen Euro unterstützt wird, suchen Wissenschaftler der Universität Stuttgart gemeinsam mit Kollegen aus Karlsruhe und Liverpool sowie weiteren Forschungseinrichtungen und Firmen nach einem ganzheitlichen Ansatz.

Wenn die Prognosen recht behalten, werden im Jahr 2020 schätzungsweise 13,5 Millionen Menschen in Deutschland älter als 70 Jahre sein. Viele Senioren sind auf Unterstützung im täglichen Leben angewiesen und wollen doch bis ins hohe Alter zu Hause leben - der Bedarf an Lösungen, die dies ermöglichen, ist also enorm.

Um die Lebensqualität älterer und hilfsbedürftiger Menschen zu verbessern, werden unter dem Stichwort "Ambient Assisted Living" (AAL) Konzepte, Produkte und Dienstleistungen erforscht, die das Zusammenspiel von technischen und sozialen Systemen verbessern. Häufig stehen dabei jedoch vorrangig telemedizinische Ansätze oder die Unterstützung bei den alltäglichen Verrichtungen, etwa bei der Hausarbeit, im Vordergrund.

Hier geht das Projekt "Soprano" (Service-oriented Programmable Smart Environments for Older Europeans) einen Schritt weiter und bezieht auch gesellschaftliche Aspekte wie die Wahrung der Privatsphäre sowie die Problematik der Vereinsamung vieler älterer Menschen mit ein. Die Wissenschaftler ermitteln in umfangreichen Testreihen die Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten älterer Menschen und verdichten diese zu Szenarien.

Diese werden dann mit den geeigneten umfeldbezogenen Technologien bestückt, die Verhaltensabweichungen erfassen und darauf reagieren. Registriert das System etwas Ungewöhnliches, sendet es Signale aus, die sich individuell an den körperlichen und mentalen Möglichkeiten des älteren Menschen sowie an dessen sozialer Situation orientieren.

Ein solches Szenario wäre zum Beispiel ein schwerhöriger Senior, bei dem der Fernseher läuft. Klingelt es nun an der Tür und die umgebenden Sensoren registrieren, dass niemand öffnet, wird das akustische Signal auf den Fernseher umgeleitet. Dort blendet sich dann ein Schriftzug mit der Information "es läutet" ein. In ähnlicher Weise kann ein solches System erfassen, wenn eine Herdplatte überhitzt, weil der Benutzer vergessen hat, sie auszuschalten. In diesem Fall wird es, je nach den körperlichen Möglichkeiten und der Lebenssituation des älteren Menschen, einen Klingelton oder ein Leuchtsignal auslösen oder gleich per SMS beim Nachbarn Alarm schlagen.

Ansprechpartner: Marco Santi, der am Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT),
Tel. 0711/970-2028,
e-mail: marco.santi@iao.fraunhofer.de

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de/presse/mediendienst/6/
http://www.soprano-ip.org

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