Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tübinger Informatiker entwickeln bequemes und sicheres Einloggverfahren

29.03.2010
Um Passwörter und Benutzernamen für Online-Accounts soll sich das Handy kümmern

Viele Internetnutzer kennen das Problem, dass man die vielen Passwörter und Benutzernamen für seine Online-Accounts vergisst oder verwechselt. Dr. Bernd Borchert vom Wilhelm-Schickard-Institut für Informatik der Universität Tübingen hat zusammen mit Studierenden ein neues Verfahren entwickelt, das dem Benutzer nicht nur das Merken dieser Daten erspart, sondern auch das Eintippen.

All das soll vom Fotohandy erledigt werden. Mit dem neuen Verfahren wird zugleich ein Problem gelöst, das viele Internetnutzer verdrängen: Ihre Dauer-Passwörter für Online-Accounts können durch Trojaner auf dem Eingaberechner abgehört und für kriminelle Zwecke missbraucht werden. Bei dem neuen Verfahren gibt es keine dauerhaften Passwörter mehr, sie können also auch nicht abgehört werden. Es wurde von der Universität Tübingen zur Patentierung angemeldet.

Das Verfahren würde aus Benutzersicht folgendermaßen verlaufen: Der Benutzer braucht ein internetfähiges Fotohandy, auf das er das Handy-Programm für das Verfahren lädt. Für jeden Online-Account ist ein Initialisierungsschritt auf dem Handy nötig. Wenn sich der Benutzer dann auf einem beliebigen Internetrechner in seinen Account einloggen will, geht er mit dem Browser des Internetrechners auf die Webseite des Account-Anbieters.

Dort wird ein zweidimensionaler Code angezeigt, eine Art schwarz-weißes Strukturbild, das mit dem Fotohandy abfotografiert wird. Das Handy verarbeitet die gelesenen Daten und kontaktiert anschließend per Internet den Account-Server. Nach Prüfung der Daten setzt sich der Server mit dem Browserfenster auf dem Bildschirm des Benutzers in Verbindung und schaltet dort den Account frei - und der Benutzer ist wie von Zauberhand in seinen Account hineingekommen. Wichtige Online-Accounts kann der Nutzer mit einem Verfahren schützen, bei dem eine gegen Trojaner abhörsichere PIN abgefragt wird. Sonst könnte ein Handy-Dieb mit dem Gerät auf die Accounts zugreifen.

Einen Prototyp des Verfahrens haben Studierende des Wilhelm-Schickard-Instituts für Informatik programmiert und ein Demonstrationsvideo ins Internet gestellt (siehe Link unten). Die entsprechenden Handy-Programme ("Apps") stehen bei manchen Handymodellen bereits zur Verfügung. Derzeit suchen die Informatiker nach Account-Providern, die ihren Kunden das Verfahren anbieten wollen.

Weitere Informationen:

Dr. Bernd Borchert
Wilhelm-Schickard-Institut für Informatik
Sand 13
72076 Tübingen
T. 0 70 71/29-7 89 64
E-Mail borchert [at] informatik.uni-tuebingen.de

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de
http://www-fs.informatik.uni-tuebingen.de/~borchert/Troja/Open-Sesame/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE