Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU Braunschweig weiht heute den leistungsfähigsten Parallelrechner der Region ein

26.04.2010
„Ludwig“ rechnet auf Höchstleistungsniveau:

Nicht nur die Ausbreitung von vulkanischen Aschewolken – diverse Umweltphänomene und wissenschaftliche Fragestellungen können heute am Computer simuliert werden. Immense Rechenleistungen sind dazu allerdings erforderlich. Handelsübliche PC’s würden mehrere Monate benötigen, um die Bewegung von Gasen oder Flüssigkeiten zuverlässig simulieren zu können.

„Ludwig“, der neue Hochleistungsrechner der Fakultät für Architektur, Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften der TU Braunschweig, schafft dies in nur wenigen Stunden.

Mit seinen insgesamt 1.300 Prozessoren und dem Arbeitsspeicher von zwei TeraByte könnte er zum Beispiel 1.5 Milliarden Buchseiten komplett im Arbeitsspeicher halten. Bis zu 20.000 Milliarden Multiplikationen oder Additionen kann er in nur einer Sekunde durchführen – in der Fachsprache entspricht dies 20 Teraflops. Auch die 96 speziellen Grafikkarten haben es in sich: Da sie für entsprechend angepasste Software auch für numerische Berechnungen genutzt werden können, erbringen sie zusätzlich weitere 45 Teraflops an Rechenleistung. Damit ist „Ludwig“ der mit Abstand leistungsfähigste Rechner in der Forschungsregion Braunschweig.

Lediglich sein Stromverbrauch bewegt sich in kleinen Dimensionen – mit nur 90 Kilowatt ist er im Vergleich mit Geräten der gleichen Leistungsklasse sehr genügsam, zumal diese Leistung bei Teillast deutlich unterschritten wird.

Die Finanzierung der Hardwarekosten in Höhe von etwa 900.000 Euro teilen sich der Bund und das Land Niedersachsen; die Kosten für die Erweiterung der Infrastruktur des Maschinensaals in Höhe von rund 500.000 Euro steuerte die TU Braunschweig aus Eigenmitteln bei.

„Ludwig“ wird künftig ganz im Dienste des Bau- und Umweltingenieurwesens stehen. Mit seiner Hilfe können die Wissenschaftler der TU Braunschweig höchst aktuelle Fragestellungen beantworten:

• Wie breiten sich etwa bestimmte Schadstoffe im Boden oder in der Luft aus und wie können sie das Grundwasser oder die Atmosphäre kontaminieren?
• Welche Auswirkungen haben Flutwellen (Tsunamis) auf küstennahe Gebäude oder Brücken (unser Bild)?
• Wann bringt ein Sturm ein Bauwerk zum Einsturz?
• Wie breiten sich Brände innerhalb und außerhalb von Gebäuden aus?
• Wie beeinflussen Bauwerke die Eigenschaften des Bodens, auf dem sie stehen, und wann kann der Boden seine Stabilität als Fundament verlieren?

„‘Ludwig‘ ermöglicht es uns nun, unsere Forschungsprojekte erheblich schneller zu bearbeiten und neue, anspruchsvolle Projekte zu akquirieren“, erläutert Prof. Manfred Krafczyk, der zusammen mit Dr. Josef Schüle vom Gauss-IT-Zentrum der TU maßgeblich für die Konzeption und Beschaffung des Rechners verantwortlich war. „Mit seiner Hilfe können wir unsere Spitzenposition im Bauingenieurwesen und der Umweltforschung in Deutschland sichern und ausbauen.“

Was ist ein Parallelcomputer? Parallel bedeutet hier, dass das Problem in viele kleinere Probleme aufgeteilt wird, die von je einem Prozessor gelöst werden. Dabei fließen während der Lösung des Teilproblems ständig Informationen aus anderen Teilberechnungen mit ein, so dass am Ende das Gesamtproblem fast wie in einem menschlichen Team gemeinsam gelöst wird.

Seinen Namen trägt „Ludwig“ als Homage an den österreichischen Physiker Ludwig Boltzmann (†1906), dessen bahnbrechende Arbeiten im Bereich der kinetischen Methoden die Grundlage für viele Berechnungen in der Strömungssimulation bilden, die auf der Maschine zum Einsatz kommen sollen.

„Ludwig“ wird heute, am Montag, 26.4.2010 um 11:00 ‐13:00 Uhr im neuen Maschinensaal auf dem Campus‐Nord, Bienroder Weg 95, 38106 Braunschweig, im Rahmen einer Veranstaltung eingeweiht.

Kontakt:

Prof. Dr.-Ing. habil. Manfred Krafczyk
Institut für rechnergestützte Modellierung im Bauingenieurwesen (iRMB)
Tel.: +49 531 391 7590
Fax: +49 531 391 7599
E-Mail: kraft@irmb.tu-bs.de

Dr. Elisabeth Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://irmb.tu-bs.de
http://www.tu-braunschweig.de

Weitere Berichte zu: Arbeitsspeicher Bauwerk Parallelrechner Rechenleistung Teraflop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften