Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU Berlin: Sparsame Elektronik für die Zukunft

26.03.2010
Forscher wollen Stromverbrauch elektronischer Bauteile millionenfach senken - TU-Forscher beteiligt an 24,5-Millionen-Dollar Projekt in den USA

Die internationale Wissenschaft hat dem rapide steigenden Stromverbrauch in der Elektronik den Kampf angesagt. Ende Februar bewilligte die amerikanische National Science Foundation (NSF) die Einrichtung von fünf neuen Wissenschafts- und Technologie-Zentren. An einem davon, das auf die Entwicklung innovativer Verfahren zur Reduzierung des massiven Strombedarfs von elektronischen und photonischen Bauteilen zielt und das mit 24,5 Millionen US-Dollar gefördert wird, ist als einer von drei internationalen Partnern das Institut für Festkörperphysik der TU Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Dieter Bimberg beteiligt.

Das ambitionierte neue Zentrum wird an der University of California in Berkeley bei Professor Eli Yablonovitch angesiedelt sein. Es wird eng mit mehreren amerikanischen Instituten zusammenarbeiten, unter anderem mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston. Es basiert auf einem der fünf Vorschläge, die in einem aufwändigen Verfahren, an dem rund 100 Programm-Direktoren der gesamten NSF beteiligt waren, aus ursprünglich 247 Anträgen ausgewählt wurden.

"Die fünf neuen Wissenschafts- und Technologie-Zentren (STCs) werden Weltklasse-Teams aus Forschern und Hochschullehrern vereinen, Lernen, Forschen und Entwickeln auf innovative Weise integrieren, komplexe Probleme, die eine langfristige Unterstützung benötigen, bewältigen und neue Technologien hervorbringen, die bedeutende Auswirkungen auf unsere Zukunft haben werden", prognostizierte NSF-Direktor Arden L. Bement. Die NSF in Arlington, Virginia, ist die größte Forschungsförderungseinrichtung der US-Regierung. Sie unterstützt Forschung und Bildung auf allen Feldern der Wissenschaften, außer der Medizin. Mit ihrem jährlichen Budget von fast sechs Milliarden Dollar ist sie die größte unabhängige Drittmittelgeberin für Grundlagenforschung an Hochschulen in den USA.

... mehr zu:
»Elektronik »Milliwatt »Nanostruktur

Wenige Milliwatt sollen künftig ausreichend sein

"Center for Energy Efficient Electronics Science" (E3S) wird das neue Center heißen, an dem die TU Berlin beteiligt ist. Es wird sich der Herausforderung widmen, die Energie-Effizienz elektronischer Informationsprozesse zu steigern. In den letzten Jahren stieg der Stromverbrauch in der Elektronik dramatisch an. Wissenschaftler erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzt, wenn es keine entscheidenden Veränderungen des Energiebedarfs bei den grundlegenden Bauelementen gibt. E3S wird nach Konzepten und wissenschaftlichen Grundlagen suchen, die es Bauelementen mit einem Stromverbrauch von nur wenigen Milliwatt ermöglichen, herkömmliche und vergleichsweise "energiefressende" elektronische und optoelektronische Module zu ersetzen, zum Beispiel in zukünftigen Servern.

"Wir sind sehr stolz, dass unsere Forschungsleistungen insbesondere auf dem Gebiet der Nanostrukturen und Quantenpunkte, mit der Entwicklung von Nanoflash-Speichern und Einzelquantenpunkt-Lasern, durch die Beteiligung an einem so renommierten Projekt eine derartige internationale Anerkennung findet", erklärt Professor Dieter Bimberg. "Unser Institut wird mit seiner Expertise in der Herstellung, Charakterisierung und Modellierung von Nanostrukturen und in der Herstellung nano-photonischer Bauelemente zum Gelingen des STCs beitragen. Mit gemeinsamer Anstrengung werden wir den Stromverbrauch in der Elektronik um ein Millionenfaches senken können." Um dieses hohe Ziel zu erreichen, können die TU-Forscher unter anderem auch auf die Kompetenz von mehr als 100 Wissenschaftlern zurückgreifen, die im TU-Sonderforschungsbereich "Halbleiter-Nanophotonik: Materialien, Modelle, Bauelemente" zusammengeschlossen sind. Integriert in den 2008 eingerichteten Sfb ist ein Graduiertenkolleg, welches jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern damit die Möglichkeit gibt, in ambitionierten nationalen und internationalen Programmen zu arbeiten.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Prof. Dr. Dieter Bimberg
Technische Universität Berlin
Institut für Festkörperphysik
Tel.: 030 / 314-22783
E-Mail: bimberg@physik.tu-berlin.de

Dr. Kristina R. Zerges | idw
Weitere Informationen:
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/
http://www.tu-berlin.de/?id=79553

Weitere Berichte zu: Elektronik Milliwatt Nanostruktur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Datenbrille erleichtert Gehörlosen die Arbeit in der Lagerlogistik
23.02.2018 | Technische Universität München

nachricht Verlässliche Quantencomputer entwickeln
22.02.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics