Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine Trillion für die Wissenschaft

23.03.2010
IBM und Forschungszentrum Jülich gründen gemeinsames Exascale Innovation Center

Eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde: Diese schier unglaubliche Leistung sollen Supercomputer der Zukunft erbringen. Das Forschungszentrum Jülich und IBM unterzeichneten heute im Jülich Supercomputing Centre (JSC) einen Vertrag für ein gemeinsames "Exascale Innovation Center", in dem bis Ende des Jahrzehnts Hardware-Komponenten und Software für einen Exascale-Höchstleistungsrechner entwickelt werden.

"Exascale ist die Herausforderung schlechthin für das weltweite Supercomputing. Dieses Projekt ist entscheidend dafür, welche Optionen Deutschland und Europa Wissenschaft und Wirtschaft in Zukunft auf diesem Feld anbieten können", sagte Prof. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums, bei der Vertragsunterzeichnung. Mit Supercomputern simulieren Wissenschaftler, wie sich das Klima wandelt, wie neue Halbleiter funktionieren oder wie Brennstoffzellen zu verbessern sind. Mit Exascale-Rechnern wird es möglich sein, noch größere Datenmengen zu noch exakteren Simulationen zu verarbeiten.

"Supercomputing kommt heute bereits auf Gebieten wie der Medizin, Materialwirtschaft oder der Risikoanalyse im Finanzsektor zum Einsatz. Dieser Trend wird sich verstärken", sagte Dirk Wittkopp, Vice President und Geschäftsführer des IBM Forschungs- und Entwicklungszentrums in Böblingen, in dem ein Teil des Centers angesiedelt sein wird. "Die Technologie kann uns dabei helfen, wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen, die wir als IBM in unserer Smarter Planet-Initiative thematisieren - seien es Ressourcenoptimierung oder auch der Umweltschutz."

Jüngstes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit von IBM, dem DFG-Sonderforschungsbereich Hadron Physics und dem Jülicher Supercomputing Centre ist der Hochleistungsrechner QPACE, der im vergangenen November als energieeffizientester Supercomputer der Welt ausgezeichnet wurde. "Mit QPACE haben wir den Energieverbrauch in den Griff bekommen. Die Energieeffizienz wird auch das vordringlichste Problem sein, das wir auf dem Weg zum Exaflop-Supercomputer lösen müssen", sagte Prof. Thomas Lippert, Direktor des JSC. Weitere Herausforderungen sind bei der Hardware die Entwicklung der Chip- und Prozessor-Technologie bis zur Exascale-Stufe und bei der Software die Verfeinerung der Algorithmen, um einen Rechner von diesen Dimensionen optimal zu betreiben und damit auszunutzen. Jülich bringe dabei sein herausragendes Können bei der Entwicklung von Algorithmen ein.

Der Zeitplan sieht vor, dass 2015 ein Prototyp des neuen Exascale-Rechners fertig ist. An den Standorten in Jülich und Böblingen werden zu Beginn des Projekts jeweils fünf Wissenschaftler von IBM und des JSC gemeinsam mit Wissenschaftlern des IBM Forschungszentrums Yorktown Heights an der Entwicklung des neuen Supercomputers arbeiten. Im Jahr 2019 könnte der neue Exascale-Höchstleistungsrechner in Jülich eingeweiht werden.

Der nordrhein-westfälische Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart lobte die Zusammenarbeit zwischen Forschungszentrum Jülich und IBM: "Ich freue mich, dass das Forschungszentrum Jülich die Voraussetzungen dafür schafft, auch in Zukunft Europas schnellsten Rechner zu haben. Für die Forschung ist diese Entwicklung besonders wichtig, weil viele Wissenschaften inzwischen mit Simulationstechniken arbeiten und enorme Rechenkapazitäten benötigen. Der Forschungsstandort Nordrhein-Westfalen wird davon enorm profitieren."

Aufbauend auf einer über viele Jahre gewachsenen Technologiepartnerschaft in dem Bereich des Supercomputing, beabsichtigt IBM mit dem Forschungszentrum Jülich als einem von wenigen Kunden weltweit eng in den Entwicklungstests für die nächste Generation des IBM Blue Gene Supercomputers zusammenzuarbeiten. Spezialisten des Jülich Supercomputing Centre sollen dazu bereits in einem frühen Entwicklungsstadium in Yorktown und später in Böblingen umfangreiche Untersuchungen durchführen, auf deren Grundlage das Anwendungsverhalten des Systems analysiert und optimiert werden kann.

Das Forschungszentrum Jülich ist bereits Standort von JUGENE, dem schnellsten Rechner Europas, der ebenfalls mit IBM entwickelt wurde. JUGENE liefert mit seinen 72 000 Prozessoren eine Spitzenleistung von über 1 Petaflop/s, also einer Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde, und wird für rechenintensivste, komplexe Simulationen eingesetzt. Der geplante Exascale-Rechner wird um den Faktor 1000 leistungsfähiger sein.

Weitere Informationen:
Jülich Supercomputing Centre (JSC):
http://www.fz-juelich.de/jsc/index.php?index=3
Jülicher Supercomputer:
http://www.fz-juelich.de/portal/forschung/highlights/supercomputer
IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum Böblingen:
http://www-05.ibm.com/de/entwicklung/
Pressekontakt:
Annette Stettien, Tel. 02461 61-2388, E-Mail: a.stettien@fz-juelich.de Michael Kieß, Tel. 0171 4921 178, E-Mail: michael_kiess@de.ibm.com
Das Forschungszentrum Jülich...
... betreibt interdisziplinäre Spitzenforschung zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Energie und Umwelt sowie Informationstechnologie. Kombiniert mit den beiden Schlüsselkompetenzen Physik und Supercomputing werden in Jülich sowohl langfristige, grundlagenorientierte und fächerübergreifende Beiträge zu Naturwissenschaften und Technik erarbeitet als auch konkrete technologische Anwendungen. Mit rund 4 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den größten Forschungszentren Europas.

Das deutsche IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum mit Hauptsitz in Böblingen bei Stuttgart ist eines der größten Forschungs- und Entwicklungszentren der IBM weltweit. Im globalen Verbund mit anderen Entwicklungs- und Forschungszentren der IBM arbeiten rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an mehr als 60 strategischen Projekten zu Themen wie Cloud Computing, Web 2.0-Technologien,Middleware-Software, Hardware und Betriebssysteme für Großrechner und Supercomputer. Darüber hinaus unterstützen die Böblinger Experten Kunden bei der Implementierung von IT-Lösungen. Das Zentrum pflegt zahlreiche Kooperationen mit in- und ausländischen Hochschulen und Instituten.

Annette Stettien | Forschungszentrum Juelich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften