Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie tote Wikis weniger werden

10.06.2011
Wikis sind hip! Ihr Einsatz für die Kollaboration und das Wissensmanagement im Unternehmen wird gepriesen.

Zahlreiche Expertisen beurteilen Wikis als unverzichtbare Komponente von Enterprise 2.0 Projekten, die durch schnelle, schlanke Kooperations- und Kommunikationswerkzeuge wertvolle Ressourcen im Arbeitsalltag einsparen sollen. Leider verpufft die Anfangseuphorie oft schnell und in den Teamplattformen wird es still. Fraunhofer FIT hat ein Reputationssystem erprobt, dass den Wissensaustausch ankurbelt und die Qualität der Beiträge verbessert.

Das wohl berühmteste Beispiel für Wikis ist die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia. Nicht zuletzt wegen dieser einzigartigen Erfolgsgeschichte haben sich Wikis in den letzten Jahren auch im Unternehmensumfeld rasant verbreitet. Die Vorteile sind überzeugend: Mit Wikis können die Benutzer einfach und schnell Inhalte erzeugen und den Kollegen zur Verfügung stellen. Besonders bei komplexen Aufgaben oder wissensintensiven Arbeitsgebieten ist der rege Austausch innerhalb von Arbeitsgruppen unverzichtbar und kann durch Wikis erheblich verbessert werden.

Immer wieder müssen Unternehmen jedoch auch feststellen, dass die Installation eines Wikis alleine nicht genügt. Erst durch die aktive Teilnahme aller Beschäftigten entsteht eine umfangreiche Wissensbasis von hochwertigen Artikeln zu diversen Themen, die den Mitarbeitern und dem Unternehmen wirklich nutzt. Genau hieran scheitern jedoch viele Wiki-Projekte, denn es kostet den Einzelnen seine eigene kostbare Zeit, um Artikel zu schreiben und zu verbessern, während andere vom gesammelten Wissen profitieren. Da der unmittelbare Nutzen für Produzenten oftmals nicht sichtbar wird, übernehmen viele Nutzer lieber die Rolle des Konsumenten. Bei Wikipedia, die durch das Internet über eine nahezu unbegrenzte Anzahl von Autoren verfügt, reicht es, wenn ein Produzent auf 1000 Konsumenten kommt. Im Firmenumfeld ist diese Quote viel zu gering.

Genau an diesem Problem setzt das vom Fraunhofer FIT entwickelte Reputationssystem CollabReview an. Es bietet den Nutzern die Möglichkeit und animiert, Feedback über gelesene Artikel abzugeben. Darüber hinaus sammelt das System aus der Entstehungsgeschichte der Artikel Informationen über den Beitragsanteil verschiedener Benutzer, die in das Reputationssystem einfließen.

"Das Reputationssystem ermittelt daraufhin wöchentlich den wertvollsten Benutzer, lässt Benutzer in Stufen aufsteigen und sich in Rankings untereinander vergleichen. Spielerisch entstehen so Anreize, die die Beteiligung am Wiki erhöhen", beschreibt Christian Prause, Entwickler des CollabReview-Systems, das Grundprinzip.

In Feldtests wurde CollabReview in Kombination mit der frei verfügbaren Wiki-Software MediaWiki erprobt. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Anzahl der Artikel und Artikelüberarbeitungen, die Lesehäufigkeit sowie die Artikellänge stiegen stark an, teilweise bis zu 50 Prozent. Auch bisher inaktive Benutzer posteten erstmals Artikel. In Befragungen bewerteten die Probanden die Nutzung des erweiterten Wikis als eine nützliche Verbesserung mit "Spaßfaktor".

"Bewertungssysteme für Wikis an sich sind nicht neu. Allerdings bietet CollabReview erstmals verschiedene Belohnungsmodi und wertet alle Benutzeraktivitäten detailliert aus. Zudem berücksichtigt es das Altern von Bewertungen und unterscheidet zwischen Artikelqualität und -wichtigkeit", so Professor Wolfgang Prinz, Leiter des Forschungsbereichs Kooperationssysteme des Fraunhofer FIT, der sich auf innovative Lösungen zur Förderung effektiver Zusammenarbeit spezialisiert hat. Zudem wurde kürzlich das Schulungsprogramm "Enterprise 2.0 – Social Media im Unternehmen" (http://www.fit.fraunhofer.de/socialmedia) gestartet.

CollabReview basiert auf Java und lässt sich leicht in bestehende Wikis integrieren.

Kontakt:
Alex Deeg
pr@fit.fraunhofer.de
Telefon: +49 2241 14-2208

Alex Deeg | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fit.fraunhofer.de
http://www.fit.fraunhofer.de/socialmedia

Weitere Berichte zu: CollabReview Enterprise 2.0 FIT Konsument Reputationssystem Wiki Wikipedia

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Neuer Kaba Zylinder mit Service-Funktion: Zeitlich begrenzter Zutritt für Servicepersonal
07.12.2017 | dormakaba Deutschland GmbH

nachricht Auf dem Weg zum Nano-Datenspeicher
06.12.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie