Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TOP500-Liste: SuperMUC am Leibniz-Rechenzentrum 4.schnellster Rechner der Welt und Nr. 1 in Europa

18.06.2012
„SuperMUC“, der neue Höchstleistungsrechner des Leibniz-Rechenzentrums (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften mit mehr als 3 Petaflops Spitzen-Rechenleistung, belegt in der heute veröffentlichten TOP500-Liste der schnellsten Supercomputer Platz 4 weltweit und Platz 1 in Europa. SuperMUCs Allzweckprozessoren sind besonders vielseitig einsetzbar. Seine Warmwasserkühlung setzt neue Maßstäbe in der Energieeffizienz.
Prof. Dr. Hans Werner Meuer, Universität Mannheim, einer der beiden Gründungsautoren der seit 1993 veröffentlichten TOP500-Liste und seit 1986 General Chair der jährlichen International Supercomputing Conference (ISC) in Deutschland, überreichte Prof. Dr. Arndt Bode, dem Leiter des LRZ, heute auf der „International Supercomputing Conference `12“ in Hamburg die Urkunde.

Rechnersystem und Architektur

SuperMUC ist ein System X iDataPlex von IBM. Er verfügt über insgesamt mehr als 155.000 Rechenkerne, die eine Spitzenrechenleistung von etwas mehr als drei Petaflops erbringen (also drei Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde oder eine 3 mit 15 Nullen). Mehr als 330 Terabyte Hauptspeicher stehen für die zu verarbeitenden Daten zur Verfügung, die über ein nicht-blockierendes InfiniBand-Netzwerk mit Fat Tree-Topologie kommuniziert werden können.
Darüber hinaus können bis zu 10 Petabyte Daten in einem parallelen GPFS-Dateisystem von IBM zwischengespeichert werden. Für die dauerhafte Speicherung der Benutzerdaten wie Programmquellen, Eingabedatensätze usw. steht eine Storage-Lösung von NetApp mit einer Kapazität von 4 Petabyte zur Verfügung, das sich durch hohe Zuverlässigkeit auszeichnet. Zusätzlich stehen für die langfristige Archivierung von Daten des SuperMUC 16,5 Petabyte Archivkapazität auf Bandsystemen zur Verfügung.

Beitrag zur europäischen Höchstleistungsrechner-Infrastruktur

SuperMUC ist ein Beitrag des Gauss Centre for Supercomputing, des Zusammenschlusses der drei größten deutschen wissenschaftlichen Rechenzentren JSC Jülich, HLRS Stuttgart und LRZ Garching bei München, zur deutschen und europäischen High Performance Computing-Infrastruktur „PRACE – Partnership for Advanced Computing in Europe“. An PRACE sind 24 Mitglieder aus der EU und assoziierten Staaten beteiligt. PRACE koordiniert die Begutachtung und Vergabe von Rechenzeitkontingenten im Wert von mehreren Millionen Euro an europäische Wissenschaftler und fördert die Ausbildung innerhalb der PRACE Advanced Training Centres. Auch hierbei spielt das LRZ eine hervorragende Rolle.

Finanzierung

Sowohl SuperMUC als auch die notwendige Erweiterung der Gebäude des LRZ einschließlich eines neuen Visualisierungszentrums finanzierten Bund und Freistaat Bayern jeweils zur Hälfte. Die Personalkosten für den Betrieb trägt der Freistaat Bayern allein. Begleitprojekte werden u.a. aus Mitteln der EU, des BMBF sowie von anderen Drittmittelgebern finanziert.

Anwendungen

SuperMUC zeichnet sich wie auch seine Vorläufer am LRZ dadurch aus, dass er besonders vielseitig einsetzbar ist. Wie bisher kommen viele Projekte aus der Physik und Strömungsmechanik, aber in den letzten Jahren konnten gerade am LRZ immer mehr Wissenschaftsdisziplinen durch Simulationen am Höchstleistungsrechner große Fortschritte bei der Beantwortung schwieriger Fragen erreichen. So haben Geophysiker der LMU München ihr Modell der Bewegungen im Erdinneren für den SuperMUC angepasst. Das Modell ist inzwischen der internationale Standard für die Simulationen anderer Forschergruppen. Andere Wissenschaftler untersuchen z.B. detailliert den Fluss des Blutes in gesunden und erkrankten Blutgefäßen oder der Luft in der Lunge.

Energieeffizienz

Der Energieverbrauch des neuen Rechners stellte alle Beteiligten vor große finanzielle und technische Herausforderungen. SuperMUC braucht deutlich weniger Energie als vergleichbare Rechner. Dieser große Fortschritt im energieeffizienten Supercomputing konnte nur erreicht werden, weil die Prozessoren und der Hauptspeicher direkt mit warmem Wasser gekühlt werden und keine zusätzlichen Kühlwerke nötig sind. Diese Warmwasserkühlung wurde eigens von IBM entwickelt und im SuperMUC erstmals in großtechnischem Maßstab eingesetzt. Darüber hinaus bieten die verwendeten Intel-Prozessoren und die vom LRZ eingesetzte Systemsoftware weitere Möglichkeiten, Energie einzusparen. Durch alle diese Maßnahmen wurde der Gesamtenergieverbrauch drastisch gesenkt und ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

„SuperMUC ist besonders anwendungsfreundlich, weil er aus Prozessoren mit Standard-Befehlssatz aufgebaut ist, wie man ihn auch von Laptops, PCs und Servern kennt. Dadurch ist die Übertragung der Programme viel besser möglich als bei vielen anderen der TOP500-Systeme, die nur unter Verwendung spezieller Akzeleratoren eine hohe Leistung erreichen können, aber für die Mehrzahl von Anwendungen kaum verwendbar sind“, erläutert Prof. Dr. Arndt Bode.

Festakt am 20. Juli 2012

Die offizielle Übergabe des SuperMUC durch IBM an das LRZ und die Inbetriebnahme werden am 20. Juli 2012 zusammen mit dem 50jährigen Jubiläum des Leibniz-Rechenzentrums der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gefeiert.

Hintergrundinformationen
(Bitte wenden Sie sich an presse@lrz.de für elektronische Versionen.)

Matthias Brehm, Reinhold Bader: SuperMUC: ein neuer Höchstleistungsrechner für Europa, in: Akademie Aktuell 2/2012, S. 46—50 (erscheint am 13. Juli 2012)

Herbert Huber, Axel Auweter: Green IT am Leibniz-Rechenzentrum, in: Akademie Aktuell 2/2012, S. 24 (erscheint am 13. Juli 2012)

Reinhold Bader, Matthias Brehm: The new Petaflop class system at LRZ, in: inSiDE 1/2012 (published on June, 18, 2012 at ISC’12)

Kontakt: Dr. Ludger Palm, Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Tel. 089/35831-8792, presse@lrz.de

Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften auf dem Forschungscampus in Garching ist der Dienstleister auf dem Gebiet der Informationsverarbeitung für die Münchner Hochschulen. Es stellt mit dem Münchner Wissenschaftsnetz (MWN) eine leistungsfähige Kommunikationsinfrastruktur für die Wissenschaften bereit und betreibt umfangreiche Datensicherungssysteme (Archivierung und Backup). Darüber hinaus ist das LRZ nationales Supercomputing Centre und Teil des Gauss Centre for Supercomputing, das von den drei nationalen Höchstleistungsrechenzentren (Garching, Jülich, Stuttgart) gebildet wird.

Dr. Ellen Latzin | idw
Weitere Informationen:
http://www.lrz.de/SuperMUC
http://www.top500.org/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Klick-Tagebuch: App-Projekt der HdM erlaubt neuen Ansatz in Entwicklungsforschung
11.01.2017 | Hochschule der Medien Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau