Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Telefonieren auf Nummer sicher

13.08.2009
Dem sicheren Telefonieren über das Internet widmet sich ein Projekt der FH JOANNEUM. Ein Ziel ist die Sensibilisierung für die Datensicherheit.

Die "klassische" Sprachtelefonie wird zusehends über "Voice over IP"-Dienste ersetzt. Gespräche werden damit seltener über das herkömmliche Telefonnetz und vermehrt über das Internet geführt.

Dies spart zwar Kosten, da nur ein Netz sowohl für Datenübertragung als auch Telefongespräche in Anspruch genommen wird, erhöht aber gleichzeitig das Sicherheitsrisiko. Letzterem widmet sich das Projekt "Government Voice over IP Attack Study" der Studiengänge "Advanced Security Engineering", "Internettechnik" und "Informationsmanagement" der FH JOANNEUM. Mit dabei ist auch das Wiener Unternehmen Datentechnik GmbH.

"Herkömmliche Telefonnetze sind gut abgeschirmt und beinahe zu 100 Prozent zuverlässig", erläutert Projektleiter Takashi Linzbichler, Lehrender an den Studiengängen "Advanced Security Engineering" und "Internettechnik". "Das Internet gilt jedoch nicht gerade als sicherster Ort auf der Welt. Alle Bedrohungen, die im World Wide Web auftreten, passieren auch bei der Internet-Telefonie". Die bislang relativ ungefährdete Sprachtelefonie unterwerfe sich durch die Verlagerung in ein offenes System verschiedensten Attacken wie Hacker-Angriffen, Viren und trojanischen Pferden. "Damit ist auch die hundertprozentige Verfügbarkeit eines Telefonnetzes gefährdet, was bei Notrufen unter Umständen Menschenleben kosten kann."

Angriffsmöglichkeiten aufzeigen

"Mit unserer Studie wollen wir", so Linzbichler, "vorrangig sensibilisieren und unterschiedliche Angriffsmöglichkeiten aufzeigen. Denn Daten können relativ leicht erfasst und gespeichert werden. Zusammen mit anderen Kommunikationsdaten wie zum Beispiel der E-Mail-Adresse kann man einfacher denn je Persönlichkeitsprofile erstellen." In weiterer Folge sollen auch Angriffsszenarien entwickelt werden. Auf diese Weise können Daten- und Verhaltensmuster, die auf einen Datenangriff hindeuten, simuliert werden. Linzbichler: "Dazu haben wir ein eigenes Testnetz an der Fachhochschule aufgebaut, das wir mit simulierten Angriffen bombardieren und auch von Fremden angreifen lassen werden."

Das Projekt soll im Frühjahr 2010 abgeschlossen sein und wird im Rahmen des österreichischen Sicherheitsforschungsförderprogramms "KIRAS" vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gefördert.

Die Studie ist ein Beispiel für jene Themen, die als Schwerpunkte im Master-Studium "Advanced Security Engineering" der FH JOANNEUM Kapfenberg behandelt werden. Der Schutz sensibler Daten sowie Netzwerk- und Systemsicherheit stehen im Mittelpunkt dieses international ausgerichteten Studiums. In Zusammenarbeit mit acht europäischen Partner-Hochschulen erfolgt der Studierendenaustausch. Bewerbungen für das kommende Studienjahr sind noch bis 2. September möglich. Beim Info-Abend am 1. September von 17 bis 19 Uhr an der FH JOANNEUM Kapfenberg beraten VertreterInnen des berufsermöglichenden Studiums über Inhalte und vielfältige Jobchancen im boomenden Bereich der IT-Security.

Weitere Informationen:
Studiengangsleiterin Dr. Sonja Gögele, Tel. + 43(0)3862 33600-8350
E-Mail: sonja.goegele@fh-joanneum.at

Thomas Winkler | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-joanneum.at/ase
http://www.fh-joanneum.at/itm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0
07.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies
07.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie