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Technik wird zum Schutzengel für Senioren

05.02.2010
Der Demographiewandel stellt neue Anforderungen an die Interaktion zwischen Mensch und Technik. Um diese seniorengerecht zu gestalten, müssen die Bedürfnisse der Nutzer frühzeitig berücksichtigt werden. Das IAO hat im Projekt SOPRANO entsprechende Konzepte und Methoden entwickelt.

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Das Internet sowie neue Informations- und Kommunikationsmedien können das Leben leichter machen. Während Jugendliche heute den täglichen Umgang mit Technik von früh auf lernen und intuitiv damit umgehen können, sind ältere Menschen häufig wenig vertraut mit gängigen Software-Metaphern und Interaktionsgeräten.


Dabei bieten moderne Technologien gerade dieser Nutzergruppe mannigfaltige Unterstützung zur Bewältigung des Alltags: vom Erinnerungsservice zur Medikamenteneinnahme über die automatische Warnung, den Herd auszuschalten bis hin zur Notrufaktivierung im Falle eines Sturzes.

Damit Senioren jedoch tatsächlich von diesen Möglichkeiten profitieren können, muss die Interaktion mit den Geräten auch den Fähigkeiten und Bedürfnissen der Nutzergruppe entsprechen. Das Ziel des EU-Projekts SOPRANO ist es daher, "Wunsch"-Technologien für ältere Menschen zu identifizieren und "bedienbar" zu gestalten. Um dieses Ziel zu erreichen, haben das Fraunhofer IAO und das kooperierende Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart Konzepte für die Entwicklung von Interaktionsgeräten erarbeitet, die in jeder Phase die Bedürfnisse der Endnutzer berücksichtigen.

Dabei sind die Projektpartner ganz neue Wege gegangen: So kann die Testperson beispielsweise gegenüber einem imaginären Schutzengel ihre Ideen und Wünsche ausdrücken. Bei der Theatermethode hingegen aktivieren Schauspieler in wirklichkeitsnahen Alltagsszenen Erinnerungen und Emotionen der Nutzer. Hierdurch können auch ohne technische Kenntnisse Ideen entstehen.

Bezüglich der Interaktionsgeräte hat der Computer das Problem, dass die Nutzerakzeptanz von Senioren gering ist und oft nicht verstanden wird - deshalb wird in der Forschung momentan der Fernseher favorisiert. Er ist Senioren vertraut und steht in den meisten Fällen sowieso zur Verfügung. Da der Fernseher aber fest in einem Raum steht, bietet er keine Interaktionsmöglichkeiten in anderen Räumen. Auch die Fernbedienung erlaubt nur eingeschränkte Funktionalitäten.

Vor diesem Hintergrund hat Fraunhofer IAO für SOPRANO ein User-Interface-Konzept für den Fernseher und einen zusätzlichen Touchscreen entwickelt, der für Ältere zwar ungewohnt, aber intuitiv und einfach bedienbar ist. Die Konzepte sind aufeinander abgestimmt und gewährleisten eine leichte Erlernbarkeit. Bei der Gestaltung haben die IAO-Experten altersbedingte Faktoren berücksichtigt wie beispielsweise visuelle Einschränkungen oder leichte kognitive Probleme.

Die technische Umsetzung der Konzepte soll bald in drei Testumgebungen, so genannten Living Labs, in den Niederlanden, Spanien und Großbritannien erfolgen. Zusätzlich wird die Technologie in bis zu 300 Haushalten bei älteren Personen installiert und evaluiert. Dieser Feldtest wird Aufschluss über die Akzeptanz und weitere Forschungsbedarfe geben.

Claudia Garád | Quelle: Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen: www.iao.fhg.de/

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