Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Technik selbstständig durchs Alter: Bedürfnisse und Akzeptanz bei den Senioren von morgen

19.03.2012
Für welche Lebensbereiche von Senioren es künftig Bedarf an neuen technikbasierten Dienstleistungen gibt und wie sie Akzeptanz bei Kunden finden könnten, untersuchte der Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement (Prof. Dr. Jens Hogreve) an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) in einer bundesweiten Studie.
Diese war ein Teilprojekt des Kooperationsverbundes MIDIS (Mikrosystemtechnische Dienstleistungsinnovationen für Senioren), der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung von 2008 bis 2011 mit rund 1,7 Millionen Euro gefördert wurde.

Im Rahmen der Studie, die Hogreve gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Nicola Bilstein durchführte, wurden zunächst über 70 Teilnehmer (zu denen auch Experten wie z.B. Physiotherapeuten oder Mitarbeiter von Seniorenbüros und Wohnanlagen gehörten) einzeln und in Gruppen zu Bedürfnissen und seniorenspezifischen Problemen interviewt. Ob die in diesen Interviews getroffenen Aussagen repräsentativ sind, wurde anschließend mit einer standardisierten Befragung überprüft, an der 450 Personen teilnahmen. „Die Stichproben umfassten auch Personen zwischen 40 und 50 Jahren, um etwas über die Haltung einer Zielgruppe zu erfahren, der künftige technische Innovationen angeboten werden“, erklärt Prof. Dr. Jens Hogreve.

Dabei wurden neun Lebensbereiche abgefragt: Information und Kommunikation, Wohnen, Fitness, Mobilität, Gesundheit, Bildung, Freizeit, das soziale Umfeld sowie der Bereich Arbeit. „Manche dieser Lebensbereiche gewinnen für Senioren mit zunehmendem Lebensalter an Bedeutung, wie etwa Mobilität, Wohnen, Gesundheit und Freizeit“, so Nicola Bilstein. Zwei zentrale Bedürfnisse, die über fast alle Bereiche hinweg geäußert wurden, seien der Erhalt von Eigenständigkeit und Sicherheit. Die Befragten möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben und den Alltag in all seinen Facetten selbst bewältigen können. Sie wünschen sich unterwegs und zu Hause – auch automatisiert – Zugriff auf Hilfe in medizinischen Notsituationen oder Warnung vor Gefahren (wie z.B. Einbrechern). Großen Wert legen sie auf persönliche Mobilität: Entweder zu Fuß bei jedem Wetter und auch bei Dunkelheit oder mit dem eigenen PKW, den die Befragten so lang wie möglich selbst nutzen wollen.

Ob Senioren neue technische Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die ihren Bedürfnissen entsprechen, hängt – wie die Studie zeigt – beispielweise weniger von der individuellen Affinität zu Technik ab, sondern insbesondere vom wahrgenommenen Zusatznutzen solcher Produkte, den es zu erläutern gelte. Wenn Senioren zudem die Möglichkeit erhielten, den Nutzen neuer Dienstleistungen zunächst auszuprobieren, sei es wahrscheinlicher, dass sie diese dann langfristig in Anspruch nehmen. „Um Zusatznutzen zu schaffen und die Erwartungen von Senioren zu erfüllen, ist es wichtig, deren Bedürfnisse genau zu kennen. Dies bedeutet, dass sich die Entwickler technischer Dienstleistungen mit den speziellen Anforderungen dieser Zielgruppe eingehend befassen müssen“, resümiert Professor Hogreve.

Weitere Informationen zum Gesamtprojekt unter
http://www.midis-kooperationsplattform.de
Hinweis an Medienvertreter: Für Nachfragen zu dieser Studie wenden Sie sich bitte an Nicola Bilstein (nicola.bilstein@ku.de)

Constantin Schulte Strathaus | idw
Weitere Informationen:
http://www.ku.de
http://www.midis-kooperationsplattform.de

Weitere Berichte zu: Akzeptanz Mobilität Senior Citizens Zielgruppe Zusatznutzen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Industrie 4.0: Fremde Eindringlinge im Unternehmensnetz erkennen
16.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Die Thermodynamik des Rechnens
11.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics