Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Technik kann Schiedsrichter völlig ersetzen

19.05.2009
Zwei Sensoren bringen im Snowboard bereits gute Ergebnisse

Technik könnte bei bestimmten Sportarten nicht nur die Einhaltung einzelner Regeln überwachen, sondern den Schiedsrichter gänzlich überflüssig machen. Zu diesem Schluss kommen Sportwissenschaftler am Australian Institute of Sport im Journal Sports Technology.

Sie haben nachgewiesen, dass Sensoren bei Snowboard-Bewerben in Zukunft die vollständige Bewertung von Sprüngen übernehmen könnten, berichtet die Fachzeitschrift Sports Technology. Die Forscher werten die Ergebnisse als Schritt zur Standardisierung der Leistungen und zu mehr Fairness im Sport.

In einem Experiment versah das Team um Jason William Harding zehn Elite-Snowboarder mit kleinen Beschleunigungs- und Drehsensoren. Mit deren Hilfe war es möglich, die beiden für das Ergebnis entscheidenden Werte - Drehwinkel und Sprungdauer - zu messen. Der Vergleich der Sensor-Ergebnisse mit den subjektiven Bewertungen eines menschlichen Schiedsrichters ergab eine 74-prozentige Übereinstimmung. Harding sieht das als Beweis dafür, dass die elektronische Sprunganalyse sogar ohne maßgeschneiderte Software den Großteil der Schiedsrichter-Aufgaben übernehmen kann.

Wenn die Ergebnisse auch vielversprechend waren, zeigte Harding, dass wenige Sportler entsprechende Änderungen in ihrer Disziplin begrüßen würden. Alle an der Studie teilnehmenden Snowboarder gaben an, sich des Problems der Fehlbarkeit und Subjektivität menschlicher Entscheidungen bewusst zu sein. Ihren elektronischen Ersatz wollten sie dennoch nicht. "Es gibt tief wurzelnde Ängste, dass die Technik unfreiwillige Nebenwirkungen mit sich bringt und somit das Gesicht des Sports verändert. Viele wollen daher verhindern, dass sich Schiedsrichter, Sportler und Fans die Vorteile der Technik bei der Leistungsbeurteilung zunutze machen", so der australische Sportwissenschaftler.

Dabei hat Technik schon längst bei den Schiedsrichtern mehrerer Sportarten Einzug gehalten und erhebliche Verbesserungen gebracht. Bei der Hawk-Eye-Software im Tennis werden etwa durch sechs verschiedene Kameraperspektiven dreidimensionale Simulationen erstellt, die Zweifel in strittigen Situationen klären können. Auch die Hochgeschwindigkeits-Kameras, die auf der Ziellinie bis zu 3.000 Bilder pro Sekunde aufnehmen und somit ein genaues Urteil ermöglichen, sind kaum mehr aus wichtigen Läufen oder Rennen wegzudenken.

Abzuwarten bleibt, wann die Sensorentechnik im Ballsport Einzug hält. Die brasilianische Volleyball-Superliga testet ab nächster Saison einen "intelligenten Ball" mit einem Chip, der dem Schiedsrichter per Taschencomputer mitteilt, ob der Ball im Feld oder im Aus war. Mangelnde Ausgereiftheit der Technik ließ ähnliche Versuche im Fußball bisher scheitern, zudem stoppte das für Regeländerungen zuständige International Football Association Board im Vorjahr alle Experimente mit elektronischen Hilfsmitteln von Schiedsrichtern wie Chip am Ball, Hawk-Eye-Kameras oder 3D-Tracking-Software.

Für Harding geht das Potenzial der Technik im Sport jedoch weit darüber hinaus, durch Messungen Grundlagen für Schiedsrichter-Entscheidungen zu bieten. "Elektronik könnte auch die Gesamtentscheidung über die Einhaltung der Regeln übernehmen." Das würde Schiedsrichter vor unliebsamen Folgen einer Fehlentscheidung bewahren, zudem sinke die Gefahr der Beeinflussbarkeit und Korruption in der Entscheidung.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ausport.gov.au/ais

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Klick-Tagebuch: App-Projekt der HdM erlaubt neuen Ansatz in Entwicklungsforschung
11.01.2017 | Hochschule der Medien Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

16.01.2017 | Architektur Bauwesen

Herzforschung - Neue Katheterklappe in Tübingen entwickelt

16.01.2017 | Medizintechnik