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Tausende Apps zu unsicher für Einsatz in Unternehmen

25.09.2014

Appicaptor Security Index: 60 Prozent der beliebtesten kostenlosen iOS-Apps eignen sich nicht für den Unternehmenseinsatz – jede fünfte App zeigt auffälliges Verhalten bei der Benutzerüberwachung – App-Entwickler verzichten absichtlich auf Sicherheitsfunktionen

60 Prozent der beliebtesten iOS-Apps sind nicht für den Unternehmenseinsatz geeignet. Das haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie im Rahmen einer Testreihe herausgefunden.


Vorsicht bei der App-Installation auf dem Dienstgerät. Rund 60 Prozent der beliebtesten kostenlosen iOS-Apps taugen nicht für den Unternehmenseinsatz.

Fraunhofer SIT


60 Prozent der beliebtesten kostenlosen iOS Apps eignen sich nicht für den Unternehmenseinsatz.

Fraunhofer SIT

Die Forscher prüften die beliebtesten kostenlosen Apps aller Kategorien aus Apples App Store und fanden teils gravierende Sicherheitslücken in der Programmierung: Bei rund 25 Prozent der Apps verzichteten die Entwickler absichtlich auf Schutzfunktionen und jede fünfte App verschickte Daten an mehr als fünf Unternehmen, die mit der eigentlichen App-Funktion nichts zu tun haben. Bei zahlreichen Anwendungen stellten die Experten auch Verschlüsselungsmängel fest.

„Dadurch können versierte Angreifer zum Beispiel PINs ausspionieren und im Falle von Banking-Apps auch finanziellen Schaden anrichten“, sagt Jens Heider, Leiter des Testlabors Mobile Sicherheit am Fraunhofer SIT in Darmstadt.

Für ihre Untersuchung haben die Fraunhofer-Experten das Testwerkzeug Appicaptor genutzt, das große Mengen von Apps automatisiert auf Sicherheit prüft. Auf der IT-Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg stellen die Forscher vom 7. bis 9. Oktober die Testergebnisse vor.

Detaillierte Informationen zur Testreihe finden sich im Internet unter www.sit.fraunhofer.de/appsecurityindex 

Zusätzlich zu den beliebtesten Apps testeten die Fraunhofer-Forscher 10.000 zufällig ausgewählte kostenlose Apps und damit mehr als doppelt so viel wie die Top200 aller Kategorien. Die meisten Sicherheitsmängel verursachen Programmierer, die absichtlich Schutzeinstellungen in der Programmierumgebung deaktivieren.

Dadurch wird es für Angreifer wesentlich einfacher, Apps zu attackieren. In über 10 Prozent der Apps fanden die Fraunhofer-Tester eine besonders gravierende Sicherheitslücke: Hier ist die gesicherte Verbindung über SSL nicht korrekt implementiert.

Über diese Lücke können Angreifer Zugangsdaten stehlen und den gesamten Datenverkehr zwischen der App und dem Handynutzer manipulieren. Dadurch können Angreifer zum Beispiel bei Banking-Apps Geld von Benutzerkonten stehlen. Auch in Sachen Datenschutz und Datensicherung fanden die Wissenschaftler gravierende Mängel. So verschickte eine App Informationen an 16 Unternehmen.

Für den Massentest der iOS-Apps nutzte das Fraunhofer-Testlabor das selbstentwickelte Testwerkzeug Appicaptor, das jede App auf verschiedene Standardkriterien überprüft und automatisch Testberichte mit einer entsprechenden Gesamteinschätzung generiert. Unternehmen können die Lösung nutzen, um Apps schnell und einfach zu bewerten.

„Apple selbst kann nichts für das schlechte Abschneiden vieler Apps“, erklärt Jens Heider. „Die iOS-Plattform bietet gute Möglichkeiten, Apps mit hoher Sicherheitsqualität zu programmieren, aber das kommt in der Masse der Apps nicht an, weil viele Entwickler nicht sauber arbeiten.“

Unterstützt wurde die Produktisierung von Appicaptor durch CIRECS — Center for Industrial Research in Cloud Security. CIRECS ist ein gemeinschaftliches Vorhaben des Fraunhofer SIT und des House of IT, beide mit Sitz in Darmstadt. Gefördert wird das Projekt vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL) mit Mitteln aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Unterstützt wurde die Entwicklung auch im Rahmen des BMBF-geförderten Kompetenzzentrums „European Center for Security and Privacy by Design“ (EC SPRIDE).

Weitere Informationen:

http://www.appicaptor.de

Oliver Küch | Fraunhofer-Institut

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